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Burkhard Westphal
Burkhard Westphal

"Brötchen ohne alles"

Wort zum Sonntag am 22.06.2019

Wir kommen auf den Rummelplatz. Mein erster Gang -   sofort an die Ess-Bude. Meine Tochter will aber zu den Karussells und formuliert kräftig: „Dass Du auch immer zuerst essen musst !“

Nichts kann mich von einer schönen Krakauercurrywurst abhalten. „Nein, danke. Brötchen brauche ich dazu nicht. In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot“  und zitiere somit etwas witzig dieses volkstümliche Sprichwort.

Wir laufen von Bude zu Bude, von Fahrgeschäft zu Fahrgeschäft. Wie angeflogen klagt unsere kleine Tochter über Bauchschmerzen. Der Rummelplatz besteht für sie plötzlich nur noch aus Toilettenbesuchen. Unsere Tochter möchte natürlich nichts essen. Weder Süßes noch Salziges, weder Fettes noch Trockenes. Halt ! Trockenes stopft. Und das geplagte Mädchen sagt: „Ja, ein Brötchen ohne alles, das möchte ich.“ Meine Frau geht zu einer Bude, die sich auf Brötchen mit speziellen Einlagen versteht. „Tut mir leid,“ sagt der Verkäufer verwundert und schaut uns von oben nach unten an, „die Brötchen sind für die Hamburger und Hot Dogs da.“

Meine Frau interpretiert sogleich die Verwunderung und meint: „Ich glaube, wir sehen sehr ärmlich aus !“  Ich schaue auf meine Kleidung. „O.k.“, denke ich, „meine  schwarze Jeans ist verwaschen, aber sonst kann ich nichts entdecken.“ Und  wir kommen an der Bude vorbei, wo ich die Currykrakauer genossen habe.  Die Verkäuferin zeigte keinen Wiedererkennungseffekt. Naja, sie hat in der Zwischenzeit bestimmt schon sehr viel  Würste verkauft.  Wir fragen höflich nach einem Brötchen. „Die sind für die Bratwurst da !"  Und ein Gedanke sagt mir: „Komisch,  Wurst ohne Brot war vorhin möglich. Aber nun nicht Brot ohne Wurst? Wir sind eben ein reiches Deutschland und auch um Grundnahrungsmittel muss gerungen werden."

Nach einigem Hin und Her einigen wir uns an einer weiteren Bude auf 30 Cent für ein Brötchen. Angesichts des Brötchens fällt mir ein: „Oh, so klein, und schon ein ganzes Brötchen?“ 

Unsere Tochter nimmt ihr „Brötchen ohne alles",  isst es zufrieden und hofft, dass es gegen die Magen- und Darmverstimmung hilft.

Es gibt einen, dem sind wir nicht „wurscht“ ! Aber er ist für Christen nicht die Wurst oder Sahnetorte, das Filetsteak oder der Käse. Jesus Christus sagt: "Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Johannesevangelium, Kapitel 6, Vers 35) ). Er ist eben nicht der Belag, sondern das Grundnahrungsmittel für den Glauben, das Brot des Lebens. Gott sei Dank, das Grundnahrungsmittel für den Glauben wird mir von Gott geschenkt.

von Pastor Burkhard Westphal, Mellinghausen/Siedenburg

 

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