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Gegen die Verharmlosung Jesu

Wort zum Sonntag am 20.10.2019

Rainer Triller
Rainer Triller

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!«  Das ist sprichwörtlich wahr. Immer brauchen Worte auch Taten.
Folgt daraus nun, dass jeder tun darf, was er will - wenn er nur seinem Willen auch Taten folgen lässt??
Darf nun jeder tun, was er will?

Ich denke, genauso allgemein anerkennt wie die Wahrheit »Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!«, ist die Erkenntnis, die Erfahrung, dass jedes Handeln Begrenzung braucht, Regeln erfordert, um willkürliches, rücksichtsloses Handeln zu verhindern.

Eine gute und akzeptierte Regel stellt in diesem Zusammenhang die Goldene Regel dar:
„Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu!“
oder positiv ausgedrückt: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest!“

Solches Denken hat seine Grundlage im Doppelgebot der Liebe.
Auf die Frage eines Schriftgelehrten  nach dem höchsten Gebot in der Bibel, antwortet Jesus mit dem Doppelgebot der Liebe.
Mit diesem „neuen“ Gebot fasst er zwei wichtige Regeln aus dem Alten Testament zusammen:
„Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft“ (5. Mose 6,4-5).
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19,18).

Jesus erklärt damit die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten für gleich wichtig! Für die Juden zur Zeit Jesu, stellte dieses neue Gebot eine unglaubliche Befreiung dar von den vielen (über 300!!) zu befolgenden Einzelvorschriften des Judentums.

Wir erleben heute eine starke Betonung des zweiten Teils von „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“!
In jeder Buchhandlung sind in Büchern über religiöse Lebensführung Sätze wie diese zu finden:
Du must mit dir selbst im Einklang kommen!
Du darfst dich annehmen, wie du bist!
Du musst Jesus als Tür zu dir selbst erfahren!

Diese zitierten Sätze will ich nicht einfach schlechtreden. Sie enthalten ja auch ein Stück Wahrheit. Selbstannahme kann etwas zutiefst Christliches sein. Sie ist heilsam und heilend!
In der Wucht jedoch, mit er sie heute von vielen vorgetragen werden und in der Isolation von dem , was Jeus im Neuen Testament unter Versöhnung versteht, sind sie verführerisch falsch.
Die Bibel redet nicht von Selbstannahme, sondern von Umkehr! Nicht von Versöhnung mit sich selbst , sondern von Versöhnung mit Gott und dem Nächsten!

Und von Versöhnung können wir in unseren Zeiten, die geprägt sind von immer mehr Kriegen und gesellschaftlichen Kontroversen ja gar nicht genug bekommen!

In diesem Sinne wünsche ich allen  Lesern ein gesegnetes Wochenende!

Rainer Triller aus der Kirchengemeinde Freistatt, Prädikant im Kirchenkreis Diepholz

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