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Jörg Schafmeyer
Jörg Schafmeyer

Was eine gesunde Seele verdient

Wort zum Sonntag am 21.04.2018

„Ich packe meinen Koffer“ - das war für mich immer ein beliebtes Spiel in geselliger Runde. „Einen Fön!“, sagt der erste. Der zweite muss „Fön“ wiederholen und darf einen weiteren Gegenstand hinzufügen. „Fön, Handy“! Der dritte kann sagen „Fön, Handy, Ladekabel“ usw. Irgendwann wird es richtig schwierig. Wer etwas vergisst, fliegt raus.

Von Jesus heißt es, „der Menschensohn hatte keinen Stein, wo er sein Haupt hinlegen konnte“ (Mt 8,20). Da war nichts mit Koffer packen. Und einer aus seiner geselligen Runde hat ihn verraten. Jesus war arm. Darüber, wie arm er tatsächlich war, gab es im Mittelalter heftigen Streit. Denn die Leute, die sagten, Jesus sei total arm gewesen, setzten damit die Kirche unter Druck. Die Kirche hatte viele Güter. In jener „Armutsbewegung“ behaupteten besonders die Franziskaner, Jesus sei extrem arm gewesen und darum sei es für seine Nachfolger besonders wichtig, ebenfalls arm zu bleiben. Sehr brisant! Heute haben wir in Rom einen Papst, der Franziskus heißt. Auch von ihm hören wir ganz ähnliche Töne, eine offensichtliche Liebe zu den Armen und zu einer „armen Kirche“.

Als Jesus seine Jünger zum Predigen losschickte, gebot er ihnen, „nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab. Kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel, wohl Schuhe, aber keine zwei Hemden“ (Mk 6). Warum eigentlich? Was soll dieser reduzierte Lifestyle? Zum einen unterstreicht er die Leichtigkeit eines Lebens, das mit Gott geführt wird. Und zum anderen drückt er bildhaft aus, dass von den äußeren Gütern letztlich nicht viel übrigbleibt. Über allem, was wir in einem Koffer mitnehmen könnten, wird es einmal heißen: „Erde zu Erde, Asche zu Asche“. Die wahren Güter aber sind die Güter der Seele: „Glaube, Hoffnung und Liebe“ (1. Kor 13). Sie passen zwar in keinen Koffer, aber in das menschliche Herz. Wer diese drei mitnehmen will, braucht weniger Bizeps, dafür mehr Seele.

Jetzt in diesen Tagen sind wieder Konfirmationen. Ein Fest des Glaubens und der Geschenke. Manchmal werden Ketten mit Anhängern verschenkt. Ein Kreuz als Anhänger ist sicherlich eine gute Idee. Manchmal gibt es auch dreifache Anhänger, die aus Kreuz, Anker und Herz bestehen. Diese drei Symbole stehen für Glaube, Hoffnung und Liebe. Sie wiegen als Kettenanhänger fast nichts. Sie enthalten aber alles, was eine gesunde Seele verdient.

Pastor Jörg Schafmeyer   

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