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Bachhofer
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Den Kopf im Himmel, die Füße auf der Erde

Wort zum Sonntag am 12.07.2017

Da steht sie - die Giraffe. Ein Mitbringsel von einer Studienreise aus Südafrika noch während meiner Studienzeit. Gerne denke ich an diese Reise zurück. Gemeinsam mit zwei Studienleitern und 10 angehenden Pastorinnen und Pastoren haben wir uns auf den Weg ins südliche Afrika gemacht. Besuche bei Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen und theologische Ausbildungsstätten in Johannesburg und Durban standen auf dem Programm. Wir haben viele Menschen mit einer erstaunlichen Hingabe an Gott und Hinwendung zu Menschen in Not kennengelernt. Noch heute wandern meine Gedanken gelegentlich an Stationen der Reise zurück. Ganz besonders, wenn ich sie sehe: die Giraffe.

Einen halben Meter hoch wird sie wohl sein. Ihre schmale Statur ist aus leichtem Holz geschnitzt. Den Kopf im Himmel, die Füße auf der Erde. Das ist auch eine gute Beschreibung für die Haltung vieler Gesprächspartner, die ich dort kennenlernen durfte. Ein Land mit Menschen, die mit dem Herzen bei Gott sind und mit den Händen bei den Mitmenschen.

Den Kopf im Himmel, die Füße auf der Erde. Was für ein schönes Bild für einen geerdeten Glauben, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht und dem sich gleichzeitig der Himmel öffnet, weil er mit einem lebendigen Gott rechnet. Ein Glaube, der vom Himmel her inspiriert ist und im Alltag seinen Ausdruck findet. Ein Alltag, der mitten im Leben, nah dran an den Menschen stattfindet, doch seine Hoffnung immer wieder aus dem Glauben schöpft. Ein Glaube, in dem Himmel und Erde einander bedingen, sich ergänzen, sich durchdringen. Mit Vernunft und Verantwortung im Leben stehen. Und zugleich den Blick auf den Gott richten, der Wunder tun kann. So will auch ich leben.

Die Giraffe ist mir durch ihre Haltung zum Vorbild geworden. Ich will diese Haltung einüben. Im Alltag eines Pastors, der täglich mit Menschen und ihren Erlebnissen zu tun hat, der Freuden und Sorgen teilt.

Im Alltag eines Familienvaters, der den Ansprüchen nicht immer gerecht werden kann. Als Mensch, der durch seine Arbeit im Ausland manche Not gesehen hat und nur wenigen wirklich helfen konnte.

Schließlich will ich auch als Zeitungsleser bei manchen Meldungen, die mich Tag ein Tag aus dazu verleiten können, den Kopf hängen zulassen, nicht vergessen, mich von Gott aufrichten zu lassen und mich zu Gott hin auszustrecken. Aus der zu Gott aufgerichteten Perspektive, lässt sich dann doch manches mit größerer Gelassenheit betrachten. Eine wahrhaft vorbildliche Haltung hat doch so eine Giraffe: „Den Kopf im Himmel, die Füße auf der Erde“.

Pastor Klaus-Joachim Bachhofer

St. Nikolai Kirchengemeinde, Kirchdorf

 

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