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Dimitri Schweitz
 Pastor

Dimitri Schweitz
Dimitri Schweitz Pastor Dimitri Schweitz

Da war irgendwas mit Jesus…“

Wort zum Sonntag am 20.04.2019

-  antwortete eine Dame auf die Frage eines Reporters, der im Rahmen einer Umfrage in deutschen Großstädten unterwegs war. Er fragte die Passanten nach der Bedeutung des Karfreitags. Die wenigsten Befragten brachten diesen Tag mit dem Tod Jesu am Kreuz in Verbindung. Die Umfrage wurde im Netz heftig diskutiert: Die Einen zeigten sich traurig über das Ergebnis, manche sogar wütend, viele aber beurteilten das Ergebnis als zeitgemäß.  Ich frage mich, ob der Karfreitag noch zeitgemäß vermittelt werden kann. Aber wie? Oder hat derjenige Recht, der behauptet: Man brauche den Karfreitag nicht mehr?

Ich halte den Karfreitag für sehr wichtig. Nicht nur, weil der christliche Glaube ohne den Kreuzestod Jesu, ohne diese Hingabe seines Lebens für die Schuld der Menschen seinen Sinn verliert und es ohne Karfreitag kein Ostern geben kann. Sondern auch, weil das Kreuz Jesu ein starkes Zeichen ist: Zeichen für den grausamen Tod, Zeichen für Menschenverachtung und Folter, Zeichen für sinnloses Töten und elendes Sterben, Zeichen für die Welt, in der Mord und Gewalt möglich sind. An diesem Kreuz hängt unsere (Mit)Schuld, hängt unsere bitterste Not, hängen alle Ängste und Zweifel, hängt unser Leben, hängt unser Gott. Hier ist alles zu finden was wir zum Leben brauchen, das sich dem sinnlosen Tod stellen will. Dafür steht Karfreitag, ein besonders christlicher Tag. Denn es ist die große Stärke und die große Wahrhaftigkeit des Christentums, dass es von Anfang an dem Schrecken des Todes nicht ausgewichen ist und die Grausamkeit des Sterbens Jesu weder geleugnet noch verdrängt hat. Das Kreuz von Golgatha ist sogar zum Hauptsymbol des Christentums geworden, und im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht das Wort vom Kreuz. Das Kreuz Jesu ist also nicht das Ende, sondern der Anfang unseres Glaubens. 

Deshalb flüchtet sich das Christentum nicht in Vertröstungen. Wir predigen nicht die Rückkehr der Verstorbenen in einem ewigen Kreislauf der Wiedergeburt. Wir werten nicht das irdische Leben zugunsten irgendeines jenseitigen Daseins ab. Nein, das Christentum nimmt das irdische Leben ganz und gar ernst. Deshalb hat Jesus die Kranken geheilt. Deshalb wendete er sich den Schwachen zu und verkündete das Reich Gottes als eine neue Welt, die hier auf Erden dem göttlichen Willen Raum gibt. Gott liebt diese Welt, deshalb sendet er seinen Sohn - so sagt uns das Evangelium. Daher hat der Karfreitag nicht nur „irgendwas mit Jesus“ zu tun, sondern auch mit uns und mit der Welt, in der wir leben und fröhlich Ostern feiern wollen.

Dimitri Schweitz
Pastor

Pfarramt Rehden-Hemsloh und Barver

 

 

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