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Ein fröhliches Herz

Wort zum Sonntag am 13.10.2018

Julia Müller
Julia Müller

Gib deine Seele nicht der Traurigkeit hin, und betrübe dich nicht selbst mit deinen eigenen Gedanken. Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben. Diese Gedanken gibt er uns mit auf den Weg. Der Lehrer Sirach, aus dessen Buch dieser Bibelvers stammt. Ein fröhliches Herz. Ob er wohl jemals einen norddeutschen Herbst erlebt hat? Mit all dem Nebel, den dunklen Abenden? Einen November voller Abschiede und leiser Hoffnung? Oder erst den Januar... Ein fröhliches Herz.

Meine Oma kannte da einen guten Weg. Es begann im Herbst, wenn die Blätter bunt waren und die Küche voll stand mit Äpfeln, Gurken, Beeren. Auch ziemlich große Töpfe sind in diesen Erinnerungen. Und dann - dann gab es da Gläser. Von klein bis riesig. Mit Gummieband und Glasdeckel. Wirklich alle Farben und Gerüche aus Spätsommer und Herbst wurden dann in diesen Weck-Gäsern eingekocht, eingesalzen oder anders konserviert. Am Ende war eine ganze Kammer gefüllt von Köstlichkeiten. Es erinnerte einen ganz eindrücklich daran, dass die Natur auch anders kann als grau, dunkel und nebelig.

Vielleicht braucht unser Herz manchmal einfach Erinnerungen. Gute, selbst gemachte. Am besten welche, die auch in die Zukunft zeigen. Zumindest bekommen die Menschen in der Bibel oft solcher Erinnerungen geschenkt. In den Jahren auf der Wanderung. In den Gebeten der Psalme, wo sich Klage und Hoffnung mischen. In den ersten christlichen Gemeinden. Dieser Gott, der damals da war - der ist es auch in der Zukunft. Und mitten im Jetzt. Selbst dann, wenn es gerade gar nicht danach aussieht.

Manchmal: In der Küche Gottes und des Lebens sitzen. Und dann die guten Erinnerungen wieder auf-wecken. Von vielleicht nur einem der kleinsten Gläser den Deckel anheben. Und Sommerfreude, Wegstärkung, Lebensglück spüren. Sich inmitten vom Alltag sagen lassen: Da sind besondere Augenblicke gewesen, kleine und große. Da sind gute, sehr gute Momente gewesen. Da wird ein neuer Frühling kommen. Vielleicht anders, vielleicht ganz bald. Und dann ist die Freude nicht mehr nur weit weg oder in der Zukunft, sondern mittendrin. Mit Farbe und allen Sinnen. In großen Ereignissen und kleinen Portionen. Mit Dankbarkeit und einem Teelöffel voll Glück. Nah bei einem fröhlichen Herzen.

Julia Müller,

St. Michaelis / Diepholz

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