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"Einfach wie mit den eigenen Kindern umgehen..."

Gennadij und Oleg aus Weißrussland (rechts im Bild) fühlen sich bei Familie Reuter/Kuhlmann sehr wohl.

"Hardy (6 Jahre) räumte sein Zimmer für Gennadij und Oleg und schläft nun bei seiner Schwester Greta (4)", erklärt Alexandra Reuter. Sie und ihr Mann Detlev Kuhlmann - zur Familie zählt noch die achtjährige Romy - haben die Brüder aus dem weißrussischen Dorf Rasswet zum zweiten Mal in ihrem schmucken Haus in Haldem zu Gast.

Im Rahmen der diesjährigen Ferienaktion der Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder" in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover weilen die acht- und dreizehnjährigen Jungen zurzeit im Kirchenkreis Diepholz. Hier werden die insgesamt 22 Kinder von Hans-Jürgen Waschke, Wilhelm Reessing (Kirchenkreis) und Valentina Miller betreut; als Dolmetscherinnen stehen Katja Juntschiz und Olesja Lubskaja zur Verfügung.

Wie wurden Alexandra Reuter und Detlev Kuhlmann auf die "Tschernobyl Kinder" aufmerksam? "Durch Wilhelm Reessing, den ich kenne. Und ich habe den Aufruf im vergangenen Jahr in der Zeitung gelesen, dass Gasteltern gesucht werden", erläutert Alexandra Reuter.

Daraufhin habe sie Wilhelm Reessing (Bildmitte mit Hardy und Greta) angesprochen, "ob wir vielleicht mitmachen könnten."

"Es ist immer sehr lustig, weil wir überwiegend pantomimisch miteinander sprechen", stellt Alexandra Reuter, die auch Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Diepholz ist, auf die Frage dar, ob es Sprachschwierigkeiten gebe. Doch wenn sie durch den Garten "Moroschenoje" (Eiscreme) ruft, "sind sofort alle da", räumt sie schmunzelnd ein. "

Gennadij (im Bild mit Alexandra Reuter) habe sogar "Deutsch" in der Schule, "und wenn man sehr langsam spricht oder einzelne Worte ihm sagt, dann versteht er das auch schon", bemerkt sie. Oleg spiele sehr schön mit den Kleinen ohne Verständigungsschwierigkeiten. "Wenn ich aus dem Fenster raus zeige, dann kommt Oleg mit", sagt Hardy spontan, der schon ein wahrer Meister der Zeichensprache ist.

"Ich habe gleich gemerkt, dass der Kleine das Gemüse nicht so gerne mochte. Aber meine essen auch kein Gemüse und deswegen ärgert mich das gar nicht", geht Alexandra Reuter auf das Essen ein. So gebe es mal einen Apfel oder auch eine Karotte zwischendurch, "aber ich koche wie immer, auch jeden Tag alles frisch, nur die Mengen sind größer geworden", stellt sie gut gelaunt fest und betont weiter, dass die beiden Jungs sehr höflich und anständig seien und immer ihr Geschirr wegräumen würden. "Meine drei gucken sich das jetzt ab", freut sich die engagierte Mutter, die meint, "dass man den Kindern nicht unbedingt ein tolles Programm bieten muss." Das Dazugehören zur Familie sei wichtig. Oleg und Gennadij fahren am liebsten Rad "und Reiten", sagen die beiden begeistert, die dies in Haldem erstmals ausprobierten.

Gibt es ein Geheimrezept, wie man sich gegenüber den weißrussischen Kindern verhalten sollte? "Einfach wie mit den eigenen", sagt intuitiv Alexandra Reuter. Im vergangenen Jahr habe Oleg anfangs etwas Heimweh gehabt. "Er hat sich ganz apathisch hingelegt und keine Antwort mehr gegeben. 'Heimwehkügelchen' waren da das beste Rezept. Das war auch die einzige Gelegenheit, wo ich mal den Internet-Übersetzer benutzt habe, um dem Großen zu erklären, was ich seinem Bruder jetzt gerade gebe", verdeutlicht die Wahl-Haldemerin, die sich im Internet unter www.promt.de Hilfe holte. Auch weiterhin, um mit den Eltern der Jungen Briefe zu schreiben. "Im Notfall stehen aber die Dolmetscherinnen zur Verfügung", unterstreicht Wilhelm Reessing, Koordinator für den Kirchenkreis.

Christa Bechtel

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