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Als würden wir uns schon ewig kennen

Neele Schumacher gewinnt durch die Ferienaktion neue Freunde aus Gomel

Die heute 19-Jährige Neele Schumacher wohnte in Ehrenburg bei Sulingen. Ihre Familie gehörte mit zu den ersten vor Ort, die sich an der Ferienaktion der Landeskirche beteiligten. So hatte sie - damals noch als Kind - in den Sommerferien zunächst ungewöhnliche, weil für sie fremde Gastgeschwister. Aber dies änderte sich bald. Sie berichtet:

„Seit 1993 haben bei uns regelmäßig weißrussische Kinder einen vierwöchigen Erholungsurlaub verbracht. Wir erinnern uns an viele schöne Erlebnisse. Zwei der Mädchen sind im Laufe der Jahre zu richtigen Freunden geworden: Alexandra und Oxana - beide aus der Stadt Gomel. Sie waren 1997 das erste Mal in unserer Familie zu Gast. Natürlich waren wir uns erst einmal fremd. Am ersten Tag mochte keiner etwas sagen, obwohl wir uns von Anfang an sympathisch waren. Schon am dritten Tag gingen wir miteinander um, als würden wir uns schon ewig kennen.

Ebbe und Flut waren neu

Alexandra und Oxana konnten ein paar Wörter deutsch und wir wenige Worte russisch, und alles andere haben wir mit Zeichensprache geklärt. Und wenn doch etwas unverständlich blieb, haben wir das Wörterbuch geholt, aber das kam nicht oft vor.Wir haben uns auf diese Weise Spielregeln erklärt („Karti“ oder das „Eselspiel“ waren die beliebtesten Spiele),Verabredungen getroffen oder einfach Geschichten erzählt.

Wir haben eine Menge mit den beiden unternommen: Die Rutsche in unserem Schwimmbad hatte es den beiden angetan.

Einmal haben wir eine Wanderung von Cuxhaven nach Neuwerk unternommen. Ich weiß noch, wie die beiden gestaunt haben: Ebbe und Flut, das kannten sie nicht. Als die beiden das zweite und dritte Mal kamen, konnten wir den Tag ihrer Ankunft kaum abwarten. Sie kamen mit strahlenden Gesichtern und wir waren uns auf Anhieb vertraut. Das Schöne war, dass sie sich bei ihren wiederholten Besuchen schon gleich gut auskannten. Sie fragten schon am Ankunftstag nach Rollschuhen („rolliki“) und machten sich auf (Wieder)-Entdeckungsreise.

Die Zeit verging im Flug

Heimweh haben die beiden nie wirklich gehabt, die Zeit verging immer wie im Flug. Nur einmal hatten wir eine kritische Situation: Bei ihrem ersten Besuch waren Oxanas Haare nach einer Woche total verfilzt. Sie war damals acht Jahre alt und hatte fast knielange Haare. Daraufhin ging meine Mama mit ihr zu unserem Friseur in der Nachbarschaft,um Rat einzuholen. Natürlich hat Oxana erst gedacht, die Haare sollten ab, und da kamen ein paar Tränen, aber das hat sich dann schnell geklärt.

Ich bin stolz auf meine Familie

Ich bin stolz darauf, dass sich unsere Familie dieser Aktion angeschlossen hat. Es ist nicht nur ein nachhaltiger Erholungsurlaub für die Kinder aus der Tschernobyl-Region gewesen, sondern auch ein sehr spannendes Erlebnis für uns.

Neele Schumacher

 

"Die Wirkung der kleinen Botschafter von Tschernobyl gleicht dem Stein, der ins Wasser geworfen Kreise zieht. Überall wo sie hinkamen, setzten sie etwas in Bewegung".

 Prof. Dr. Erika Schuchardt

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