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Erfahrungen einer Gastfamilie aus Rehden

„Wir können das auch mal machen“

„Ich hatte schon länger von der Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Tschernobyl-Kinder“ gehört, es aber einfach nicht gewagt“, sagt Anita Willing.

Über ihre Freundin Ingrid Pape, die von Anfang an seit 1993 Kinder aus der Region Gomel aufnahm, hörte Anita Willing jedoch nur Positives. Platz war im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Willing in Rehden genügend vorhanden. So überlegten sich Anita und Ferdinand Willing: „Wir können das auch mal machen!“

Im Sommer 2002 war es dann soweit: Anna, 10 Jahre, aus sehr bescheidenen Verhältnissen, und Christina, 11 Jahre, deren Eltern „gut betucht“ waren, fanden in Anita und Ferdinand Willing ihre Gasteltern.

„Die ersten Tage waren sehr schwierig bei diesen sozialen Unterschieden“, räumt Ferdinand Willing ein. Große Hilfe leistete hier Dolmetscherin Valentina Miller in Diepholz, wo die Kinder aus Gomel Jahr für Jahr von Montag bis Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr betreut werden.

Heimweh hatten sie nie

Anita und Ferdinand Willing können bis heute kein Wort Russisch. Wie klappte es da mit der sprachlichen Verständigung? Willings: „Wir brauchten die Kinder nur sehr aufmerksam zu beobachten. An ihrer Mimik konnten wir erkennen, was sie wollten.“ Unterstützt wurden sie dabei von ihren Töchtern Alexandra, 24 Jahre, und Claudia, 19 Jahre.

Im Jahr 2004 wohnten erneut zwei Mädchen, die elfjährige Jana und die erst achtjährige Olga auf dem Willingschen Hof. „Es gab keine Mahlzeit, wo die Kinder nicht „Danke“ sagten und uns drückten“, erklären die Rehdener ein wenig wehmütig. Ausflüge in Freizeitparks oder zum großen Flohmarkt in Bremen standen auf dem Freizeitprogramm. Jana lernte in Rehden das Radfahren und die beiden Mädchen hatten viel Spaß mit den Nachbarkindern, mit denen sie Ball oder Tennis spielten oder Fahrrad fuhren. Das viele Spielen an der frischen Luft habe den Kindern besonders gut getan, so Ferninand Willing. Heimweh hatten „unsere Kinder“ nie“, erzählt Anita Willing, die bis heute mit Jana in Kontakt steht. „Auch mit dem Essen habe ich nie Probleme gehabt. Wir haben sie behandelt wie unsere eigenen Kinder.

Das Rezept

Was ist das Geheimrezept, dass Familie Willing so gut mit den Kindern aus Gomel auskommt? „Wir sind für die Kinder da. Wir gehen auf sie ein und geben ihnen das Gefühl von Geborgenheit“, verdeutlichen Willings, deren Wahlspruch ist: „Wer Liebe sät, wird nicht Hass ernten!“ Nur der Abschied fällt ihnen als Gasteltern immer wieder schwer.....

Christa Bechtel

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