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Folgen der Strahlung verschwinden nicht

Ob diese Kinder gesund aufwachsen können? Ernst Völkening aus Lemförde bei einem Besuch im Gebietskrankenhaus in Gomel.
Ob diese Kinder gesund aufwachsen können? Ernst Völkening aus Lemförde bei einem Besuch im Gebietskrankenhaus in Gomel.

Am 26. April 2011, jährte sich zum 25. Mal der Tag der Tschernobyl-Katastrophe. Das schwere Reaktorunglück im Block 4 des Atomkraftwerks von Tschernobyl erschütterte damals die Menschen in der ganzen Welt.

Dieser Tag veränderte aber insbesondere das Leben der Menschen in der näheren Umgebung um den Reaktor in der Ukraine und, wegen der damals vorherrschenden Windrichtung, in der Region Gomel in Weißrussland.

Die Zeit vergeht, die Strahlung nicht. Die Folgen dieser atomaren Katastrophe werden niemals verschwinden. Erst jetzt, viele Jahre später sieht man die katastrophalen Ausmaße deutlich, die damals kaum einer ahnte: die Säuglings- und Kindersterblichkeit in Weißrussland hat stark zugenommen, Kinder leiden unter Magen-Darm-Erkrankungen, Bronchial- oder Bluterkrankungen, Erkrankungen des Herzens.

Weiter stellen die Ärztinnen und Ärzte seit Jahren eine deutliche Schwächung des Immunsystems bei Kindern fest und berichten über einen signifikanten Anstieg angeborener Missbildungen - Leukämie und andere Krebserkrankungen treten verstärkt und in sehr aggressiver Form auf.

Die Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Tschernobyl-Kinder - ein Zusammenschluss von 20 Kirchenkreisen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover - hilft seit 1991 den durch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl betroffenen Menschen, hauptsächlich Kindern aus dem Gebiet Gomel. Acht- bis Fünfzehnjährige sowie Mütter (Väter) mit Kleinkindern im Alter von zwei bis fünf Jahren werden Jahr für Jahr für vier Wochen eingeladen und leben in den Kirchenkreisen jeweils zu zweit in Familien.

Aber ist diese Tschernobyl-Hilfe heute noch notwendig?, wird oft gefragt. „Kinder, die vor 20 Jahren geboren wurden, stellen jetzt die Elterngeneration von heute dar, deren Kinder nur zu 12 bis 15 Prozent gesund sind“, verdeutlicht Ernst Völkening aus Lemförde, der Koordinator für medizinische Hilfe innerhalb der Arbeitsgemeinschaft ist. Ob das Grundwasser oder die Lebensmittel: alles sei permanent verstrahlt. „Man weiß, dass vier Wochen Deutschland etwa ein Jahr Strahlenschäden wegnehmen“, betont Ernst Völkening.

Auch in diesem Jahr wird sich der Kirchenkreis Grafschaft Diepholz an der Tschernobyl-Ferienkinderaktion der Landeskirche Hannover beteiligen. Wer gerne helfen möchte, kann sich an Hans-Jürgen Waschke, Tel. 05441/987940 oder Wilhelm Reessing, Tel. 05474/911448 wenden.

Christa Bechtel

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