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Allgemeines zu Weißrussland

Name

Der Name Belarus ist seit dem Mittelalter überliefert und wurde im 19. Jahrhundert allgemein üblich, ist aber mit „Weiße Rus“ ungenau übersetzt. Rus war der ostslawische Name für skandinavisch-slawische Herrschaftsgebiete wie das der Kiewer Rus, zu dem das Land von der Gründung an gehörte. „Bely“ bedeutete im Mittelalter im geografischen Sinne "westlich" oder "nördlich", Belarus demnach „Westliches Russland“. Daneben gibt es in Weißrussland auch Ansichten über andere mögliche Bedeutungen. Die Verwendung des Wortes Belarus bietet sich also an, um Unklarheiten zu vermeiden. Jedoch ist im Deutschen die Bezeichnung Weißrussland traditionell verbreitet. Die belarussischen offiziellen Stellen wie auch die deutsche Diplomatie bevorzugen auch in deutschsprachigen Texten den Namen Belarus, um die Unterscheidung von Russland zu verdeutlichen.

 

Geografie

Die größte Ausdehnung des Landes vom Westen nach Osten beträgt 650 km - von Nord nach Süd sind es 560 km. Unter den europäischen Staaten ist Belarus flächenmäßig damit an 13. Stelle.

Die Staatsgrenzen zu Russland und Ukraine machen je etwa 1000 km und insgesamt zwei Drittel aus, während auf Polen, Litauen und Lettland das letzte Drittel entfällt. Der Grenzverlauf ist unregelmäßig und folgt nur nach Polen teilweise den Gewässern, vornehmlich aber über Sumpf- und Hügelland.

Die Entfernung von der Hauptstadt Minsk bis zu den Hauptstädten der Nachbarstaaten beträgt:

·         nach Wilna:         215 km

·         nach Riga:           470 km

·         nach Warschau:  550 km

·         nach Kiew:          580 km

·         nach Moskau:     700 km

Belarus liegt in der Osteuropäischen Ebene und wird von Hügelketten der eiszeitlichen Endmoränen (Weißrussischer Höhenrücken) und breiten, naturbelassenen Flüssen durchzogen. Etwa 70 % des Landes entwässern nach Süden zum Prypjat und zum Dnjepr, der weiter durch die Ukraine ins Schwarze Meer fließt.

Im Süden liegen die Polessje-Sümpfe. 30 % des Landes sind bewaldet. In den Wäldern leben Hirsche, Rehe, Elche, Bären, Wölfe, Hermeline, Dachse, Füchse und Eichhörnchen. Die höchste Erhebung ist die Dsjarschynskaja Hara (345 m) im Weißrussischen Höhenrücken, die tiefsten Flussniederungen liegen etwa 50 Meter über dem Meer.

Die größten Flüsse von Belarus sind der Dnjepr (belarussisch Dnjapro), die Beresina (belarussisch Bjaresina), der Prypjat (belarussisch Prypjaz) und die Memel (belarussisch Njoman). Größter See ist der Narotsch im Norden des Landes, nahe der Grenze zu Litauen.

Belarus besitzt ein ausgeprägtes kontinentales Klima mit kalten, schneereichen Wintern und trockenen Sommern. Die (zentral gelegene) Hauptstadt Minsk gilt als "Schlechtwetterstadt" mit häufigem Niederschlag.

Bevölkerung

Weißrussland hat 9,4 Mio. Einwohner (Stand 2011). In dem multiethnischen und multikonfessionellen Land leben Vertreter von mehr als 100 Nationalitäten und vieler Religionen zusammen.

Ethnische Gruppen

Trotz der Einwanderung vieler Russen und der Deportation zehntausender Belarussen unter Stalin ist der Anteil der Belarussen in der Bevölkerung 81,2 %. Die größte Minderheit sind die Russen mit 11,4 %, gefolgt von 3,9 % Polen und 2,4 % Ukrainern. Viele weitere ethnische Gruppen teilen sich die restlichen 1,1 %, darunter Letten, Zigeuner (vorwiegend Jerli), Litauer, Slowaken, Selonen, Moldauer, Jenische, Ruthenen, Deutsche.

Konfessionen

Die größte Konfessionsgruppe in Belarus ist das orthodoxe Christentum, dem ca. 80 % der Bevölkerung angehören - vor allem Belarussen, Ukrainer, Moldawier und Russen. Ferner Gruppen orthodoxer Ruthenen, die aus den Karpaten wegen Verfolgungen durch Katholiken hierher kamen. Die restlichen 20 % der Bevölkerung verteilen sich auf mehrere Konfessionen (darunter römisch-katholisch, protestantisch, jüdisch und moslemisch):

Römisch-katholisch sind die meisten Polen und Litauer, sowie die Belarussen im Westen und Norden des Landes. Insgesamt umfasst die katholische Kirche etwa 7 % der Bevölkerung. Die Letten und Jerli (auch Sinti, Lowara, Manusch, Roma und Calderasch) bekennen sich vorwiegend zur evangelisch-lutherischen Kirche, ebenso eine slowakische Minderheit, deren Vorfahren nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Belarus flohen. Insgesamt sind 2,6 % der Menschen evangelisch-lutherisch. Die meisten Deutschen sind evangelisch-reformiert und die Selonen hauptsächlich Waldenser.

Bevölkerungsstatistik

Das Bevölkerungswachstum beträgt zurzeit etwa -0,15 %. Die Lebenserwartung in der Bevölkerung liegt bei 68,14 Jahren, bei Männern 62,06 Jahre und bei Frauen 74,52 Jahre. Die Alphabetisierungsquote ist mit 98 % nahezu europäischer Standard.

Größte Städte in der Republik Belarus

(Einwohner 01. Januar 2011)

Größte Städte in Gebiet Gomel  

Nr.

Stadt

Einwohner 2011

1

Gomel

491 790

2

Mosyr

110 073

3

Shlobin

75 541

4

Swetlagorsk

70 211

5

Retschiza

64 000

6

Kalinkowitschi

35 762

7

Rogatschow

34 174

8

Dobruš

18 708

9

Chojniki

14 752

10

Shitkowitschi

13 372

11

Kascjukowka

10 352

12

Petrikow

10 352

13

Narowlja

9 662

14

Wetka

8 800

15

Tschetschersk

8 454

16

Jelsk

8 282

17

Buda Koscheljewo

7 851

 

Verwaltungsgliederung

Belarus gliedert sich in sechs Verwaltungsbezirke (Oblaste) mit 118 Kreisen (Rajone). Die Hauptstadt Minsk hat einen Sonderstatus und gehört keinem der Oblaste an.

 

 

2011                         Einwohner         Größe (km2)

1.  Stadt Minsk           1 864 090                300

2.  Oblast Brest          1 394 668            32 300       

3.  Oblast Gomel        1 434 974             40 400 

4.  Oblast Grodno       1 066 010            25 000

5.  Oblast Mogiljow     1 088 093            29 000

6.  Oblast Minsk          1 411 528            40 500

7.  Oblast Witebsk       1 221 830            40 100

Republik Belarus:     9 481 193           207 600

 

Kultur

Weißrussland hat ein reiches kulturelles Erbe aus der Zeit der Zugehörigkeit zum Großfürstentum Litauen zu bieten. Hierzu zählen bedeutende Schlösser im Westen des Landes wie das Schloss Mir und barocke Kirchengebäude. Hinzu kommt eine reiche Volkskultur.

Ein weiterer kulturell prägender Faktor war die jahrhundertelang bestehende große jüdische Bevölkerungsgruppe. Wahrscheinlich einer der bekanntesten Kulturschaffenden aus Weißrussland ist der Maler Marc Chagall, der in Witebsk geboren wurde und später lange Zeit in Frankreich lebte. Bekannt wurde ferner die Schutzheilige Weißrusslands, Euphrosyne von Polazk.

Bedeutende Schriftsteller sind bzw. waren Franzis Skaryna, Wassil Bykau, Ales Adamowitsch und Swetlana Aleksijewitsch.

Geschichte

Das Gebiet der heutigen Republik Belarus gehörte im frühen Mittelalter zur Kiewer Rus. Nach und nach wurde das Gebiet jedoch vom Großfürstentum Litauen erobert. Dessen Herrscher führte den Titel magnus dux Littwanie, Samathie et Rusie. Die beiden Völker nennen sich selber in ihren Sprachen Litauer (lietuvis bzw. litwin). Aufgrund der Bevölkerungsanteile war in dieser Zeit die Amtssprache weitgehend belarussisch. Nach der Union von 1386 wurde Belarus als Teil Litauens Bestandteil des Doppelstaates Polen-Litauen, bei dem es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verblieb.

Mit der ersten und zweiten Teilung Polens gelangte das Gebiet des heutigen Belarus bis 1793 vollständig unter russische Herrschaft.

Nach dem Einmarsch des deutschen Heeres in Minsk Anfang 1918 bestand zeitweise eine nominell unabhängige belarussische Republik. In den Jahren 1919/1920 war Belarus zwischen dem wiederentstandenen polnischen Staat und Sowjetrussland umkämpft und wurde 1920 nach dem Sieg der polnischen Truppen über die Rote Armee teilweise an Polen angegliedert. Aus dem sowjetischen Teil wurde die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik gebildet, die 1922 Gründungsmitglied der Sowjetunion wurde. Ebenso wie der sowjetische Teil war auch der polnische Teil mehrheitlich weißrussisch besiedelt.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde 1939 der zuvor zu Polen gehörende Landesteil von sowjetischen Truppen besetzt und in die Belarussische SSR eingegliedert. Im Sommer 1941 wurde ganz Belarus von der Deutschen Wehrmacht erobert. Die deutsche Besatzungsherrschaft richtete große materielle Zerstörungen an und führte zum Tod von ca. 25 % der Bevölkerung, darunter fast die gesamte jüdische Bevölkerung von Belarus. Belarus war von 1941 an mit über 1000 Gruppen ein Hauptgebiet des sowjetischen Partisanenkampfes gegen die deutschen Besatzer. Von Ende 1943 an wurde das Land von der Roten Armee zurückerobert und galt im Sommer 1944 als vollständig von der deutschen Besatzung befreit. 1945 war Belarus Gründungsmitglied der Vereinten Nationen.

Etwa 8 bis 9 % aller ermordeten europäischen Juden stammten aus Belarus. Fast alle Städte des Landes waren völlig zerstört. Die Industriebetriebe waren um 85 %, die Industriekapazität um 95 %, die Saatfläche um 40 bis 50 %, der Viehbestand um 80 % zurückgegangen. Es gab nach Kriegsende 3 Millionen Obdachlose. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Belarus 10 Millionen Menschen. Erst gegen Ende der 1980er Jahre war die belarussische Bevölkerung wieder auf diese Vorkriegszahlen gewachsen.

Stark betroffen war Belarus durch die Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 im ukrainischen Tschernobyl, in dessen Folge weite Teile des Landes durch radioaktiven Fallout verstrahlt wurden.

Seit Ende 1991 ist das Land ein eigenständiger Staat. 1991 bis 1994 wurde es von Stanislaw Schuschkewitsch regiert. Seither führt Aleksandr Lukaschenka die Regierungsgeschäfte autoritär. Lukaschenka trieb durch seine antidemokratischen Tendenzen und die Ablehnung der westlichen Wirtschaftsweise das Land in die internationale Isolation. Zu den wenigen Partnern des Landes gehören heute neben Russland, mit dem eine - in der Realität unwirksame - "Unionsbildung" versucht wurde, andere Nachfolgestaaten der UdSSR, sowie auch der Iran und Venezuela. Die Parlamentswahlen vom 19. März 2006 werden von westlichen internationalen Beobachtern weitgehend einhellig als undemokratisch bezeichnet. Vertreter der GUS-Staaten führten gegensätzliche Ansichten auf.

Außenpolitik

Weißrussland ist Mitglied im Rat für kollektive Sicherheit und bildet mit Russland die Russisch-Belarussische Union. Freundschaftliche Verbindungen werden daneben zum Iran, zu Nordkorea, zu China, Venezuela und zu Kuba gepflegt. Die Beziehungen zu den NATO-Staaten gelten als gespannt, diejenigen zur Ukraine als ambivalent.

Innenpolitik

Präsident Lukaschenka ist bereits seit 1994 im Amt. Laut der früheren belarussischen Verfassung dürfte er eigentlich nicht mehr an der Präsidentschaftswahl teilnehmen, doch per Referendum ließ er im Oktober 2004 die Verfassung so ändern, dass für ihn keine Beschränkungen der Amtszeiten mehr gelten. Das Vertretungs- und Gesetzgebungsorgan der Republik Belarus ist das Parlament - die Nationalversammlung. Es setzt sich aus zwei Kammern, der Repräsentantenkammer und dem Rat der Republik zusammen. Die Repräsentantenkammer besteht aus 110 Abgeordneten, die in allgemeiner, freier, gleicher, direkter und geheimer Wahl gewählt werden sollen. Der Rat der Republik ist die Kammer der territorialbezogenen Vertretung. Für jeden Oblast und die Stadt Minsk werden je acht Abgeordnete des Rats der Republik in geheimer Abstimmung gewählt. Acht Mitglieder werden vom Präsidenten berufen.

Abseits der Formalia gilt Weißrussland für die EU und die USA als momentan einzige Diktatur Europas, in der auch massive Menschenrechtsverletzungen stattfinden. Wahlen werden, nach Meinung des Westens, massiv manipuliert, Oppositionelle ermordet und Medien zensiert.

Pipelines

Belarus ist zwar aufgrund seiner Lage ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und Russland - 50 % des russischen Erdöls und 25 % des Erdgases fließen über belarussische Trassen. Wegen der politischen Verhältnisse weicht man jedoch zunehmend auf Nordeuropa oder die Ukraine aus. 2005 wurde der Bau einer Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland beschlossen. Dies wird auch Auswirkungen auf den Gastransit durch Weißrussland haben.

Eisenbahn und Straße

Für Russland ist Belarus (zusammen mit Litauen) das Haupttransitland zu seiner Exklave, der Oblast Kaliningrad. Die Hauptverkehrsachse von (Westeuropa-Warschau-) Brest über Baranowitschi-Minsk-Baryssau nach Orscha (Moskau) verläuft von Südwest nach Nordost quer durch das Land. Sie besteht aus einer von der staatlichen belarussischen Eisenbahn Belaruskaja Tschyhunka betriebenen elektrifizierten Eisenbahnlinie mit parallel verlaufender autobahnartig ausgebauter Fernstraße. Rund um Minsk besteht ein Schnellstraßenring mit Ausläufern nach Litauen/Grodno und nach Babruisk/Gomel im Südosten des Landes. Außerdem sind noch Polazk über Witebsk und Orscha sowie Mogilow über Babruisk an Minsk angeschlossen. Die Eisenbahngleise sind aus Polen kommend bis zur weißrussischen Grenze in

Normalspur (1435 mm Spurweite), ab dort jedoch in russischer Breitspur (1524 mm) ausgeführt, was in Brest einen mehrstündigen Aufenthalt zum Auswechseln der Drehgestelle zur Folge hat.

Schifffahrt

Im Osten des Landes durchquert in Nord-Süd-Richtung der Dnepr Belarus. In Ost-West-Richtung wird das Land im Süden vom Pripjat durchquert.

Flugverkehr

Bei Minsk befinden sich ein internationaler und ein nationaler Flughafen, daneben bestehen verschiedene Regionalflughäfen. Nationale Fluggesellschaft ist die Belavia.

Wirtschaft

Die weißrussische Wirtschaft wurde nicht in eine Marktwirtschaft umgewandelt, da die Planwirtschaft von der Regierung bevorzugt wird. Aufgrund sehr guter Wirtschaftsbeziehungen zu Russland (starker Export, verbilligter Rohstoffimport), ist die wirtschaftliche Situation stabil. Industrie und Landwirtschaft sind größtenteils in Staatshand. Damit gehört die Wirtschaft Weißrusslands zu den wenigen staatskapitalistischen Volkswirtschaften der Welt.

Die Landwirtschaft, auf die 15 % der Beschäftigung entfällt, wird durch Kollektivierung mit zwei Hauptzweigen beherrscht: den Anbau von Kartoffeln und Viehzucht. Historisch gesehen sind wichtige Industriezweige die Textilindustrie und die Holzverarbeitung. Seit 1965 wurde der Maschinenbau (Traktoren, Kühlschränke) verstärkt ausgebaut. Innerhalb der Sowjetunion gehörte Weißrussland zu den am weitesten entwickelten Teilrepubliken. Wirtschaftlich engagiert sich das Land neben der GUS in der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft und in der Russisch-Weißrussischen Union.

Wirtschaftliche Kenndaten

Mit der beginnenden Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen im Jahre 1990 sank die Wirtschaftsproduktion. 1996 begann wieder eine Wachstumsphase, wodurch 2001 sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Industrie die Werte von 1990 wieder erreicht wurden. Das Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2006 lag bei 77,77 Milliarden US-Dollar, was ungefähr 7.600 Dollar pro Kopf entsprach. Im Jahr 2005 lag bei einer Inflationsrate von 10 % das reale Wachstum bei etwa 8 bis 9 %. Weißrussland hat laut der UNO den höchsten Lebensstandard in den GUS-Staaten - das durchschnittliche Monatseinkommen wuchs von 20 US-$ auf 225 US-$ innerhalb der letzten 10 Jahre. Die Arbeitslosenrate lag nach Angaben der weißrussischen Regierung 2006 bei etwa 2 %. Experten sagen jedoch, dass die tatsächliche Rate höher ist. Das andere Problem der Wirtschaft ist jedoch die Landeswährung. Diese ist seit der Unabhängigkeit der weißrussische Rubel, derzeit erhält man für einen Euro ca. 4500 wr. Rubel. Infolge der Russisch-Weißrussischen Union gab es Verhandlungen über eine Währungsunion.

Größte Hochschulen

Die Universitäten und Hochschulen sind großteils in der Hauptstadt:

 Hochschulkontakte ins Ausland

Einige tausend junge Belarussen studieren in Deutschland und eine etwas größere Zahl in Russland oder Ländern des Westens.

Mit den erstgenannten drei Hochschulen hat der Internationale Hilfsfonds von EU und Deutschland Partnerschaften in den Westen eröffnet. Die oft beklagte Isolation war für Belarus schon zu Zeiten der Sowjetunion schmerzhaft. Seit der Unabhängigkeit des Landes wuchs die Hoffnung der Universitäten auf Kooperationen, was aber wegen der autoritären Staatspolitik kaum gelang.

Die 1992 gegründete einzige Privatuniversität, die "Europäische Humanistische Universität" in Minsk wurde im August 2004 auf staatlichen Druck geschlossen. Sie hatte, größtenteils aus westlichen Mitteln finanziert, Europastudien, Sprach- und Politikwissenschaften angeboten. Auch das Institut für Deutschlandstudien befand sich dort. Die Hochschule wurde im Juni 2005 im Exil in Vilnius (Litauen) wiedereröffnet.

Kinderverschickung nach der Tschernobylkatastrophe

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl haben sich in Deutschland viele private Hilfsorganisationen gegründet, welche den Kindern aus den vom radioaktiven Fallout betroffenen Gebieten Erholungsaufenthalte bieten. Dadurch wird das Immunsystem der Kinder gestärkt und die Völkerverständigung gefördert. Vom Staat Belarus und von der Deutschen Botschaft werden diese Erholungsaufenthalte unterstützt. Da man die Bevölkerung vor dem "schädlichen" Einfluss des Westens schützen möchte, werden Ausreisemöglichkeiten vor allem für jüngere Leute immer mehr erschwert (z.B. Erholungsaufenthalte für Kinder aus radioaktiv belasteten Regionen, Studentenaustausch) - ein Beitrag zur Isolation des Landes.

Auch die Ausreise der "Tschernobylkinder" war manchmal politisch eingeschränkt.

Aktuelles:

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