Druckversion

Radio Andacht vom 30.01.2016

"Trösten"

Das deutsche Wort „trösten“ hängt zusammen mit treu, fest, trauen. Manche sehen einen Zusammenhang mit einem starken, festen Baum. An den sich anlehnen können, unter ihm Schutz finden. Wurzeln finden dürfen, die tiefer gehen als ich selber - und dann: in eine Höhe schauen können, die weit über mich selbst hinaus weist. Bis an den Himmel hin! Trost finde ich, wo ich mich gründen und festmachen kann. Trost finde ich, wo ich über mich selbst hinaus wachsen kann. Sogar dann noch, wenn mein äußerer Mensch einmal verfällt - so wird der innere doch von Tag zu Tag erneuert und wächst Gott und seiner Liebe entgegen. Darin wird das Herz fest. Und das geschieht durch die Gnade göttlichen Zuwendens.

Ja: Der Trost ist zuinnerst göttlich. Denn nur ER, Gott selber, steht wirklich für festen Halt. Nur ER ist so fest, so treu, so unwandelbar fest in seiner Liebe, dass er mir Halt geben kann. Das kann weder der liebste noch der mächtigste Mensch auf Erden - sie sind ja Menschen, also selber vergänglich und unstet.

Der Heidelberger Katechismus der evangelisch-reformierten Kirche ist aufgebaut in einem ständigen Spiel von Frage und Antwort. Die erste Frage lautet: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ Und die Antwort: „Dass ich mit Leib und Seele, beide im Leben und im Sterben (Rm. 14,7.8), nicht mein (1. Kor. 6,19), sondern meines getreuen Heiland Jesu Christi eigen bin (1. Kor. 3,23), …“

Trost ist Zugehörigkeit. Trost ist gehalten zu werden. Trost ist geliebt zu sein und aus dieser Liebe nicht gelassen zu werden. Trost ist seines Lebens gewiss sein zu dürfen - trotz alle dem, was in dieser Welt dagegen zu sprechen scheint. „Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und du nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, dann frage ich nichts nach Himmel und Erde. Denn du, Gott, bist doch allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.“ (Psalm 73, 23-26)

Solche Festigkeit hat Gott, dass das geht. Solche Festigkeit, in die hinein ich mich anvertrauen und mich gründen darf wie in das tiefe Wurzelwerk eines Baumes. Und dann selber darin fest und fester werden - trotz und in all meiner Vergänglichkeit Teil gewinnen am Festsein Gottes.v

Radioandachten:
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
Aktuelles:

Sitemap | Impressum | DatenschutzKontakt | © 2012 Kirchenkreis Diepholz Kirchenkreis Grafschaft Diepholz | Lange Str. 28 | 49356 Diepholz

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code