Angedacht

14. April 2020
St. Nicolai, Sulingen; Foto: Homepage Kirchengemeinde

von Lektorin Marion Müller, Sulingen

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

So haben wir Christen uns normalerweise am Ostermorgen begrüßt und auch in die Arme genommen.

Leider war das an diesen Ostertagen eben nicht normal. Überall in unserm Land.

Auch zur Abendmahlsfeier an Gründonnerstag war es so. Es war nicht möglich sich am Tisch des Herrn zu versammeln um Brot und Wein miteinander zu teilen.

Und trotzdem kamen die Ostertage. Und überall war der Jubelruf zu hören wenn auch nur von Balkon zu Balkon oder von Fenster zu Fenster:  Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.

Diese Erfahrung gilt, gerade in der Zeit in der wir jetzt sind. Denn immer noch ist keine Normalität wieder zu uns gekommen. Immer noch gilt was uns in den letzten Wochen nicht immer leichtgefallen ist.  Gerade für mich als Oma war es nicht so einfach ohne die Enkel zu Ostern und ohne Karfreitag und Ostergottesdienste in den Kirchen. Sicher ist das jenem von uns so gegangen. Aber auch das haben wir verkraftet.

Und nun hat uns der Alltag mit all seinen Herausforderungen wieder. Noch immer bleiben viele Geschäfte geschlossen und so mach einer kann seiner Arbeit nicht nachgehen. Für viele geht es ums nackte Überleben.

Fällt es da nicht doch schwer in den Jubelruf einzustimmen: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden?

Als ich mir für diese Andacht Gedanken gemacht habe, ist mir ein altes Kirchenlied in den Sinn gekommen: Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ. Vor vielen Jahren haben wir es als unser Hauskreislied gesungen. In der dritten Strophe heißt es da: Du gingst oh Jesu unser Haupt durch Leiden Himmelan, Und führest jeden, der da glaubt mit dir die gleiche Bahn. Und zum Schluss: Führ uns durch deines Todes Tor samt deiner Sach zum Licht empor. Zum Licht empor, durch deines Todes Tor.

An Ostern hat unser Herr Jesus den Tod überwunden. An Ostern hat Jesus Christus aus Dunkel Hell gemacht Durch die Auferstehung Jesu Christi am Ostermorgen ist auch für uns und alle Christen weltweit der Tod überwunden. Aber wir wissen, auch Ostern gibt es nicht ohne Karfreitag. Auferstehung nicht ohne vorheriges Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz von Golgatha.

Seit Ostern gilt, und vielleicht stimmen Sie jetzt mit ein in das Lied:

Jesus lebt mit ihm auch ich, Tod wo sind nun deine Stachel.  Das Leben hat gesiegt. Jesus hat gesiegt. Und das gilt für alle Christen dieser Welt. Der Himmel ist offen, das Licht ist da.

Das kann uns froh machen bei all den Widrigkeiten, die uns momentan den Mut nehmen wollen.

Bei allen Ängsten die uns schlaflos machen wollen.

Jesus ist auferstanden und lebt und Sie und ich auch. Und so können wir getrost unseren Alltag bewältigen in den sicherlich nicht leichten Gegebenheiten, die auf uns mit jedem neuen Tag zukommen. Jesus Christus ist an unserer Seite und wenn wir nicht mehr tragen können, trägt er uns durch alles hindurch.

Bleiben Sie weiter behütet. Amen.