Angedacht

16. April 2020
Pastor Stephan Winter; Foto: privat

von Pastor Stephan Winter, St. Hülfe-Heede

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

was macht eine solche Pandemie mit unserem Glauben? Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen in den Zeiten von Corona? Unser Vertrauen auf Gott bleibt ja nicht unberührt von der Unsicherheit und Angst und von dem konkreten Leid so vieler Menschen.

Diese Krise zeigt uns wie keine andere, dass unser Leben und unser Wirtschaftssystem zerbrechlicher sind als wir dachten. Wir haben wunderbare Fortschritte in Medizin, Technik und Wirtschaft gemacht. Diese haben uns zugleich aber auch ein trügerisches Gefühl von Sicherzeit gegeben.

Manche Politiker haben in diesen Wochen davon gesprochen, dass wir uns in einem Kampf befinden. Kämpfe sind oft ein langer schwerer Weg. Doch der Feind ist so unsichtbar. Und auch deshalb ist die Situation für viele auch so „unwirklich“. Was gibt uns Hoffnung in diesem Kampf?

Wir feiern in dieser Woche nach Ostern den Sieg im größten „Kampf der Weltgeschichte“. Wir feiern den Sieg Jesu im Kampf gegen den Tod und gegen alles, was sich uns lebensvernichtend in den Weg stellen will. Wir stecken noch mitten in diesem Kampf. Doch Ostern ruft uns zu: An unserer Seite kämpft nun ein unbesiegbarer Mitkämpfer: unser Herr. Er ist nicht mehr tot zu kriegen. Er kämpft mit uns gegen alle Widerstände, die uns begegnen. Er leidet an unserer Seite mit, tröstet und motiviert uns, nicht aufzugeben. Denn durch ihn haben wir die Gewissheit: der entscheidende Sieg ist schon errungen. Noch leiden und bangen wir, doch der Durchbruch ist schon da. Wir werden am Ziel ankommen, auch wenn wir nicht wissen, wie lange wir noch kämpfen werden. Aber unser Herr ist der Sieger. Am Ende trägt nicht das Virus den Sieg davon. Die Krone des Lebens trägt der Gekreuzigte und Auferstandene. Und in unserem Glauben schauen wir nicht auf uns selbst, sondern auf ihn und auf Gottes Treue. Und wir wissen: Wir sind geborgen in seiner Nähe, in seiner Liebe und eingehüllt in den Mantel seines Friedens. Er empfängt uns immer mit offenen Armen und in ihm sind wir in Freud und Leid geborgen.

Unser Glaube bewahrt uns nicht vor Leid. Doch im Glauben wissen wir: Gott zieht sich nicht zurück. Er hält uns, trägt uns und bringt uns durch diese schwere Zeit hindurch. In unserem Glauben schauen wir nicht auf uns selbst, sondern auf Gottes Treue. Bei ihm sind wir geborgen, an guten wie an bösen Tagen, in Freud und Leid. Er empfängt uns immer mit offenen Armen.

In dieser Gewissheit, lasst uns kämpfen, gemeinsam, „den guten Kampf des Glaubens“ von dem 1. Timotheus 6, 12 spricht. Und dabei auf unseren Herrn schauen, der unsere untrügbare Sicherheit ist und der bleibt bis in Ewigkeit.

Pastor

Stephan Winter
Kirchweg 10
49356
Tel.: 05441 / 1433