Angedacht

18. April 2020
Pastorin Edith Steinmeyer; Foto: Jantje Ehlers

von Pastorin Edith Steinmeyer, Wagenfeld

Mundschutz

Wie schützen wir andere Menschen und uns selbst vor Viren und Krankheiten?

Vor den Corona-Viren soll ein Mundschutz helfen. Zumindest kann ein einfacher Mundschutz verhindern, dass unsere "Tröpfchen" sich zu sehr verteilen. Vielleicht ist inzwischen schon entschieden, ob es eine Maskenpflicht gibt oder nicht. Ich gebe zu: Ich werde mich an eine Maske sehr gewöhnen müssen, aber wenn sie hilft, dass wir uns wieder mehr begegnen können, bin ich sofort dafür. 

Doch so ganz klar und eindeutig scheint das nicht zu sein, und der richtige Umgang mit diesen Masken muss eingeübt werden. "Prüft aber alles und das Gute behaltet" (1. Thess. 5,21) wird uns in der Bibel empfohlen. Das heißt, der Umgang mit dieser Pandemie muss sorgfältig abgewogen werden. Ich bin sehr dankbar, dass das in unserem Land geschieht, auch wenn ich mich bei manchen Vorsichtsmaßnahmen frage: Muss das wirklich sein? Für viele Menschen ist diese Corona-Krise schwer zu ertragen. Doch sie weckt auch sehr viel Hilfsbereitschaft und Kreativität. Einkaufsdienste, Wohnzimmerkonzerte, Grüße für Bewohner der Altenheime, Videoandachten, Zeit für Anrufe, Briefe, Spaziergänge und vieles mehr.

Leider weckt sie auch das Gegenteil ... und ich denke: Wo ist der Mundschutz? Wo ist der Mundschutz, der verhindert, dass Menschen ihren Hass wie Viren in die Welt pusten? Wo ist der Mundschutz, der verhindert, dass Egoismus ein- und ausgeatmet wird? Wo ist der Mundschutz, der verhindert, dass ich andere verletzte?

Als Mundschutz gibt es Atemschutzmasken in verschiedenen Klassen FFP1 - FFP3. Sie schützen vor lungengängigem Staub, Rauch und Flüssigkeitsnebel. Für uns alle mögen die einfachen, die selbstgenähten Masken genügen: Sie verhindern, dass unsere "Spucke" andere trifft. Sie machen uns vielleicht empfindsamer dafür, ob wir Gutes oder Schlechtes "übertragen". Anders gesagt: Ob wir Gott und unsere Mitmenschen lieben, wie uns selbst. Wer Liebe versprüht, darf den Mundschutz abnehmen. Wie würde denn ein liebevoller Kuss mit "Maske" schmecken? Gott stecke euch an - mit seiner Liebe.

Pastorin

Edith Steinmeyer
Tel.: 05444 / 848