Angedacht

19. April 2020
Prädikant Rainer Triller; Foto: privat

von Prädikant Rainer Triller, Freistatt

Losung und Lehrtext:

Er behütete sein Volk wie seinen Augapfel. (5.Mose 32,10)

Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.

(Lukas 12,32)

 

In unserem Leben gibt es immer wieder Übergange und Neuanfänge.

Übergänge in neue Lebensabschnitte; oft lässt sich oft gar nicht eindeutig sagen, ob das vorher schlechter oder besser war, ob das, was da kommen wird, zwingend besser oder schlechter sein wird.

Oder Neuanfänge zu unbekannten Zielen, zu denen es auch keine Vergleiche geben kann und wird.

Sicher ist nur: Mit jedem Übergang, mit jedem Neuanfang ändert sich etwas.

Und da wir nicht genau wissen, was kommen wird, macht uns das Angst.

Das erlebt das Volk Israel bei seinem Übergang über den Jordan nach vierzig Jahren Wüstenwanderung in das von Gott versprochene gelobte Land. Das ist ein Weg voller Verheißung.

Aber auch hier prägt die Angst vor dem, was da morgen noch kommen wird, die Stimmung. Und da tut dann jeder Zuspruch gut!

Christlicher Glaube verbindet wie das Volk Israel den Weg ins Leben, durch das Leben mit Gottes Segen: Nach der Geburt mit der Taufe, zum Erwachsenwerden mit der Konfirmation, den Beginn einer Ehe mit der Trauung, und am Ende des irdischen Lebens den Übergang zum ewigen Leben mit der Beerdigung.

Dem allen gemeinsam ist jeweils Gottes Zuspruch und das, was Mose seinem Volk mit auf den Weg gibt ins gelobte Land: „Gott behütet euch wie seinen Augapfel!“

Das ist sehr poetisch und meint: Jeder einzelne von uns ist für Gott so kostbar, als wäre er sein Augapfel!

Wie eine Liebeserklärung ist das! Sie sagt mir: So nah bin ich Gott, so sehr liebt mich Gott!

Unglaublich ist diese Liebe und diese Nähe und doch so wunderbar! Amen.