Angedacht

26. April 2020
St. Nicolai, Sulingen; Foto: Homepage Kirchengemeinde

von Marion Müller, Lektorin in Sulingen

Liebe Freundinnen und Freunde in nah und fern.

Heute ist Sonntag, es ist der zweite Sonntag nach Ostern. Erst vor zwei Wochen haben die Christinnen und Christen weltweit Teil gehabt an der Auferstehung Jesu Christ von den Toten. Man hat das Gefühl, als sei das schon so lange her und ist doch noch so nah. Denn so wie an Ostern können wir auch den heutigen Gottesdienst nicht in unseren Kirchen feiern.

Aber es ist   ein Gottesdienst von dem wir wissen, auch wenn wir räumlich getrennt sind, sind wir doch durch die Gnade und Liebe unseres Herrn Jesus Christus miteinander verbunden

Übrigens, alle Gottesdienste, die sonntags gefeiert werden, werden mit Namen benannt.

Der heutige Sonntag trägt den lateinischen Namen: Miserikordias Domini.

Übersetzt heißt das so viel wie: Die Erde ist voll der Güte des Herrn.

Ich finde, das ist ein wunderbares Wort aus Psalm 33, Vers 5.

Ja, liebe Geschwister, ist es nicht so, bei all den täglichen Herausforderungen denen wir ausgesetzt sind und die uns so manche Zweifel und Unruhe ins Herz legen wollen, Gottes Güte ist größer. Gottes Liebe reicht weiter, Gottes Barmherzigkeit trägt uns durch.

Hat Gott nicht zu uns gesagt: Ich habe euch je und je geliebt, ich habe euch bei euren Namen gerufen, ihr seid mein? Ist das nicht wunderbare Güte Gottes, die die ganze Welt umspannt?

Denn eigentlich müsste Gott sich von uns abwenden, weil wir Menschen immer nur an uns selbst denken, immer wieder: ich, ich und noch mal ich.

Doch weil wir dem Allmächtigen Gott so wichtig sind, schenkt er uns immer wieder neu seine Zuwendung, seine Nähe und seine Güte. Ist das nicht wunderbar?

Ja, heute ist Sonntag. Ein Tag, um sich wieder neu der Gegenwart Gottes zu erinnern. Sonntags gehen Christinnen und Christen in die Kirche zum Singen, beten und hören auf Gottes Wort.

Aber: die Kirchen sind zu.

Aber Singen, beten und Gott loben kann man überall, ob in freier Natur, oder auf dem Balkon oder an offenen Fenstern.  Überall ist das in diesen Zeiten möglich und überall können wir die Güte und die Liebe Gottes erfahren und auch spüren.

Und immer dürfen wir gewiss sein, Gott ist uns in Jesus Christus ganz nah. Jesus breitet seine durchbohrten Hände aus und sagt zu uns: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Ich habe für euch gelitten, hab all eure Schuld mit ans Kreuz genommen aus lauter Liebe und ich bin bei euch bis ans Ende aller Tage, ich stehe zu euch, immer und überall.

Und so will uns auch dieser Sonntag neue Kraft geben für den Alltag, der von morgen an wieder kommt mit all den Herausforderungen in diesen Krisenzeiten. Denn wir alle wissen nicht, wie lange uns Menschen weltweit Covid 19 noch zu schaffen macht, aber wir Christinnen und Christen wissen und glauben, wir können niemals tiefer fallen als in Gottes liebende Hände. Das trägt durch.

Gott segne euch und gebe euch Kraft und Stärke für die neue Woche.

Bleiben Sie weiterhin behütet. Amen.