Angedacht

04. Mai 2020
Frauke Laging Diakonin im Kirchenkreis Diakonin in St. Nicolai, Diepholz Foto: Jantje Ehlers

von Diakonin Frauke Laging, St. Nicolai, Diepholz, und Kirchenkreisjugenddienst

So eine kleine stille Konfirmation nur im engsten Familienkreis wäre ab dem 7. Mai vermutlich wieder möglich. So eine gab es 2011 in Großbritannien.

Vor ihrer Märchenhochzeit mit Prinz William ließ sich Kate Middleton konfirmieren, so war es auf der Internetseite des Senders n-tv zu lesen. Wer hätte das gedacht? – Denn eigentlich wäre das nicht nötig gewesen. Die Konfirmation war keine Voraussetzung für Kates Hochzeit mit Prinz William und doch war es ihr wichtig, vorher ihren Glauben zu Gott vor der Kirche von England zu bekennen. Aus dem Buckingham Palace hörten wir nur, dass die Konfirmation ein Teil von Kates Hochzeitsvorbereitungen war. Doch warum hat sie sich dazu entschieden?

Warum lasse ich mich heutzutage noch konfirmieren? Die Gottesdienstbesuche, der regelmäßige Unterricht, Konfitage am Samstag, das Auswendig-Lernen – lohnt sich das?

 

Bei den Gesprächen zur Verschiebung der Konfirmationsgottesdienste wurde deutlich, wie wichtig der Konfirmationsgottesdienst mit allen aus der Gruppe und allen aus der Familie als Abschluss der gemeinsamen Konfi-Zeit ist. Nicht die (Geld-)Geschenke spielten bei unseren Telefonaten eine Rolle, sondern die Traurigkeit darüber, dass man nicht mit allen Familienmitgliedern von Nah und Fern in die Kirche zum Gottesdienst gehen kann.

Ich bin überzeugt davon, dass die Konfis bewusst etwas aus dieser gemeinsamen Zeit mitnehmen, etwas, das länger hält als die Konfirmationsgeschenke: nämlich etwas, an das sie glauben können.

 

„Ich glaube an Gott, der immer zu uns hält in guten oder in schlechten Zeiten. Außerdem glaube ich an seine Liebe zu uns Menschen und an seine Zuversicht und daran, dass er uns nie bestrafen wird.“, liest eine in ihrem Vorstellungsgottesdienst vor und ein anderer: „Ich glaube an Gott, den Schöpfer der Erde und des Wissens. Und an Jesus Christus, der den Frieden auf die Erde bringen soll.“

 

Auf den Punkt bringen die Mädchen und Jungen das, was sie in den vergangenen zwei Jahren im Konfirmandenunterricht erlebt und erfahren haben, ganz im Sinne von Psalm 1: „Gut geht es dem, der an Gott glauben kann, der Gottes Gebote zu einem Maßstab für sein Leben macht. Gut geht es dem, der sich von Jesu Handeln anstecken lässt, für den Gottes Worte einen Sinn ergeben. So ein Mensch ist wie ein Baum, der an einem Bach gepflanzt wurde. Er bekommt, was er zum Leben braucht. Er ist stark und seine Blätter verwelken nicht. Sein Glaube und sein Vertrauen auf Gott machen ihn stark, darum traut er sich etwas zu und kann Gutes für sich und andere bewirken.“

Wenn ich das höre, weiß ich: Ja, es lohnt sich!

Diakonin

Frauke Laging
Tel.: 05441 / 70 94 18