Angedacht

20. März 2020
Pastorin Kerstin Wackerbarth; Foto: Jantje Ehlers

von Pastorin Kerstin Wackerbarth

We shall overcome

 

Yes, we believe, we will live in peace – someday.

Eines schönen Tages, daran halten wir fest, wird Frieden sein zwischen den Generationen, den Religionen, den Völkern, Rassen und Nationen.

 

Aufgewachsen in einem Pastorenhaushalt entschloss er sich den Weg einzuschlagen, den schon sein Vater und sein Großvater eingeschlagen hatten. Er wollte Prediger werden.

 

Martin Luther King hatte viel gelesen von Gottes Geist und Wesen und je länger er sich mit der „Materie“ auseinandersetzte, desto weniger kam er wieder davon los. Er hatte die befreiende Botschaft Gottes für sich entdeckt. Diese wollte er weitertragen und wie die Propheten in ihrer Situation damals die Botschaft Gottes den Menschen brachten, seiner Zeit die Botschaft Gottes bringen: Wir sind Gottes geliebte Geschöpfe und Kinder! Egal, welchen Alters, welchen Geschlechts und welcher Hautfarbe – Vor Gott sind alle Menschen gleich! Er kennt uns und ruft uns bei unserem Namen, in seine Nachfolge.

 

Und Martin Luther King entwickelt eine Vision „Gerechtigkeit“ auch hier bei uns. Ein Stück Gottes Reich auf Erden – schon jetzt! Martin Luther King war bereit, sich einzusetzen mit „Haut und Haar“ für seine Vision. Auf seinem Weg begegneten ihm viele, die sagten, wer eine Vision habe, sollte zum Arzt gehen.

 

Marin Luther King – er ging nicht zum Arzt, aber auf die Straße, ins Gefängnis und kam mit seinem „Traum“ bis nach Europa – Berlin, Oslo. Er kann andere für seinen Traum von Gerechtigkeit gewinnen und entwickelt für sich und für die, die sich seiner Bewegung anschlossen, eine Erklärung zur Selbstverpflichtung und die Kernbotschaft dieser Selbstverpflichtung lautet: „Ich verpflichte mich, im Geist der Liebe zu gehen, denn Gott ist die Liebe.“ Dem Geist der Liebe entspringt Kings Prinzip der Gewaltlosigkeit und so lautet eine weitere Verpflichtung: „Ich verpflichte mich, auf Gewalt der Faust, der Zunge und des Herzens zu verzichten.“ Auf Gewalt verzichten, auch wenn ich gerade Gewalt erfahre/erfahren habe. Die Gewalt schon im Keim ersticken, schon wenn sie sich in mein Herz schleichen will und so der Liebe Gottes Raum geben, weil Gottes Liebe strömt und fließt – unaufhaltsam und geduldig.

 

Auch King verlor bei Zeiten innerlich die Geduld, doch dann ließ er sich erinnern: Gott bleibt dabei und lädt ein, seinem Weg der Liebe zu folgen.

 

Vor Gott sind alle Menschen gleich wertvoll und bedeutsam. Alter, Geschlecht, Hautfarbe, soziale Ausstattung – egal. Ungerechtigkeiten anzusprechen, anstatt hinunterzuschlucken erfordert Mut.

Dieser Mut aber speist sich aus dem Geist der Freiheit, der wiederum aus dem Geist der Liebe, die Gott ist, seine Kraft zieht. Wer oder was also ist Gott? Gott ist Richtung und gibt Orientierung und lädt ein zu tun, was dem Leben dient.

Pastorin

Kerstin Wackerbarth
Tel.: 05774 / 542