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Marten Lensch
Marten Lensch

Mehr als nur Noten

Wort zum Sonntag, 01.02.2020

Am Freitag hat es Zeugnisse gegeben. Einige Schülerinnen und Schüler haben sich über die Noten gefreut - andere sind enttäuscht oder fühlen sich ungerecht behandelt. Einige gingen vielleicht auch mit Angst nach Hause und mochten den Eltern ihr Zeugnis gar nicht zeigen.

Die eine oder der andere denkt schon an das nächste Halbjahr: Die Leistungen müssen sich dringend verbessern, sonst ist das Weiterkommen in der Schule gefährdet.

Ja, Schule ist wichtig. Es gilt, Neues zu lernen, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken, den eigenen Horizont zu erweitern, sich optimal auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Und natürlich wird die Leistung dabei auch in Noten gemessen und dargestellt. In unserer Gesellschaft wird eben auf Leistung geachtet, dann muss die Schule auch darauf vorbereiten.

Dennoch ist diese Leistungsorientierung oft sehr bedrückend und einengend. Schnell verstellt sie den Blick auf den eigentlichen Menschen.

Die Bibel setzt da ganz andere Maßstäbe: Der Wert des Menschen bemisst sich nicht danach, was er kann oder was er leistet. Vielmehr ist es andersherum: Der Mensch hat seinen Wert schon lange, bevor er die erste Note bekommen hat.

Im Psalm 8 heißt es: „Herr, Du hast den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ [Ps 8,6]

Der Mensch - und das heißt auch jede Schülerin und jeder Schüler - ist von Anfang an wertvoll, weil Gott sie und ihn wertvoll gemacht hat. Es gibt nichts (außer Gott selbst), das wertvoller ist als der einzelne Mensch. Und dieser Wert kann weder durch eine gute Note gesteigert noch durch eine schlechte Note gemindert werden.

Der Wert des Menschen ist von Gott gegeben und dadurch unverlierbar - genauso wie Gott die Liebe zu jeder Schülerin und jedem Schüler eben nicht an Leistung bindet, sondern ganz aus sich heraus schenkt.

Bei aller Freude oder allen Enttäuschungen, die das Zeugnis mit sich gebracht hat, wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern die Sicherheit, dass sie an jedem Tag von Gott geliebt und begleitet sind und dass sie einen ganz besonderen Wert haben - unabhängig davon, was sie aus den Noten herauslesen. Und ich wünsche den Eltern und auch den Lehrerinnen und Lehrern, dass sie immer einen wertschätzenden und freundlichen Blick auf ihre Kinder bzw. die Schülerinnen und Schüler haben - einen Blick, der weit über die Betrachtung der Noten hinaus geht.

Allen wünsche ich ein gesegnetes Wochenende und zwei schöne Zeugnisferientage.

 

Marten Lensch,

Superintendent des Ev.-luth. Kirchenkreises Grafschaft Diepholz

 

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