Zukunftsprozess - was bisher geschah

So hat der Zukunftsprozess im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz angefangen

Wie soll die Arbeit im Kirchenkreis in den kommenden Jahren sein? Und wer wird sie machen? Pastor Torben Schröder und Diakon Jörg Brand (v.l.) etwa sind in den 2030-er Jahren noch im Dienst und wollen die Zukunft von Kirche aktiv mitgestalten. Foto: Miriam Unger

Wie soll unsere Kirche funktionieren, wenn Geld, Personal und zeitliche Ressourcen knapper werden? Viele unserer Aufgaben möchten wir auch weiterhin erfüllen – aber wer wird das in Zukunft machen? Anfang 2025 kamen die Pastor*innen und Diakon*innen aus unserem Kirchenkreis zusammen, die voraussichtlich auch in den 2030er-Jahren noch im Dienst sein werden. Sie beschäftigten sich mit der absehbaren Entwicklung der Stellenplanung. Schnell wurde deutlich: Wir müssen unsere Strukturen verändern, damit die hauptamtlichen Mitarbeitenden auch in Zukunft in allen Gebieten des Kirchenkreises verlässlich und möglichst gerecht für die Menschen da sein können.

Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viele Stellen es künftig geben wird und wie sie verteilt werden. Ebenso wichtig war die Frage: Wie muss unsere Arbeit gestaltet sein, damit wir sie nicht nur als Pflicht erfüllen, sondern mit Freude und bei guter Gesundheit ausüben können?

Es zeigte sich, dass viele weiterhin gerne klassische Gemeindearbeit machen möchten. Andere können sich gut vorstellen, mit bestimmten Zielgruppen oder Inhalten regional übergreifend zu arbeiten. Einig waren sich alle in einem Punkt: Kirchliche Arbeit ist und bleibt Beziehungsarbeit. Sie lebt von Begegnungen und Kontakten mit und für Menschen.

Beim Treffen bildeten sich verschiedene Arbeitsgruppen, in denen erste Ideen entwickelt wurden. Es ging sowohl um inhaltliche Fragen – etwa zur Konfirmandenarbeit und zu gemeindeübergreifenden Gruppenangeboten – als auch um künftige Strukturen.
All diese Überlegungen waren ein erster Baustein für unser Zukunftskonzept – das „Insel-Modell“.

Der „Zukunftstag“: Gemeinsam die Richtung bestimmen

Steffen Bauer, Experte für kirchliche Veränderungsprozesse. Foto: Miriam Unger

Im August 2025 kamen Mitglieder der Kirchenvorstände und der Kirchenkreissynode in Sulingen zu einem „Zukunftstag“ zusammen. Pastor Steffen Bauer, Experte für kirchliche Veränderungsprozesse, gab zunächst einen Überblick über die Entwicklungen in ganz Deutschland.
Er machte deutlich, dass wir jetzt noch die Möglichkeit haben, die anstehenden Veränderungen selbst zu gestalten. Zugleich zeigte er eindrücklich: Wer die Zukunft planen will, muss von der Zukunft her denken. Es darf also nicht darum gehen, einfach die bestehenden Strukturen zu bewahren.
Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den besonderen Herausforderungen unseres Kirchenkreises. Sie formulierten erste Wünsche und Ideen für die kirchliche Zukunft. Außerdem verständigten sie sich darüber, welche Haltung wichtig ist, damit ein solcher Veränderungsprozess gelingen kann.

Zwei Arbeitsgruppen vertiefen die Fragen
Aus dem „Zukunftstag“ sind zwei Arbeitsgruppen entstanden, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten beschäftigten.

Die Arbeitsgruppe „Ressourcen“ nahm die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen in den Blick. Dabei standen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Welche Gebäude brauchen wir in Zukunft noch?
  • Wer ist künftig für welche Verwaltungsaufgaben zuständig?
  • Wie groß sollten unsere Körperschaften sein?

Die Arbeitsgruppe „Themenfelder“ beschäftigte sich dagegen vor allem mit den Inhalten kirchlicher Arbeit. Sie näherte sich der Zukunftsfrage beispielsweise über Angebote wie Gottesdienste und eine Konfirmand*innenarbeit, die den gesamten Kirchenkreis in den Blick nimmt.

Klausur des Kirchenkreisvorstands: Was ist unser Auftrag?

Anfang 2026 kam der Kirchenkreisvorstand zu einer Klausur zusammen. Im Mittelpunkt stand zunächst eine grundlegende Frage: Was ist eigentlich der Kern der kirchlichen Arbeit im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz?

Die Antwort lässt sich in vier Aufgaben zusammenfassen:

  • Begegnungen mit Gott ermöglichen
  • Halt geben
  • Das Evangelium weitersagen
  • Gemeinschaft schaffen

All das bringt unser Kirchenkreis-Motto „wir.leben.glauben“ auf den Punkt. Dieses Motto und diese vier Punkte mit Leben zu füllen und umzusetzen – das soll das Ziel der neu zu schaffenden Struktur für unseren Kirchenkreis sein.