Auch wenn die kommenden Veränderungen einschneidend seien, überwiege bei ihm die Zuversicht, betonte Lensch. „Wir werden um Beschlüsse ringen, unterschiedlicher Meinung sein, einiges ausprobieren und auch mal umsteuern müssen. Aber ich freue mich auf diesen Prozess und bin überzeugt, dass wir gute Lösungen für den Kirchenkreis im nächsten Jahrzehnt finden werden.“
Juliane Worbs stellte schwungvoll die nächsten Schritte vor. In den kommenden Wochen soll in mehreren Arbeitsgruppen weitergearbeitet werden. Eine beschäftigt sich mit Strukturen, eine andere mit Themenfeldern von Kirche. Es geht unter anderem um Angebote für Kinder und Jugendliche, für junge Erwachsene und Familien. Um pastorale und ehrenamtliche Arbeit, Aufgaben und Entlastung der Kirchenvorstände und um Öffentlichkeitsarbeit. Um Spiritualität, Gottesdienstformate, Kasualien (Taufen, Trauungen, Trauerfeiern) und Kirchenmusik.
Erste Ergebnisse sollen bei der nächsten Synode im Sommer vorgestellt werden, wo anschließend an den Inhalten und Ideen weitergearbeitet wird. Prof. Dr. Christoph Goos, Hochschulprofessor und Juristischer Vizepräsident der Landeskirche Hannovers, wird die Veranstaltung mit einem inhaltlichen Impuls begleiten.
Ein weiteres zentrales Thema der Tagung war der Schutz vor sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch. Um das seit zwei Jahren im Kirchenkreis installierte Schutzkonzept auszuwerten und weiterzuentwickeln, gründete sich eine Fachgruppe aus haupt- und ehrenamtlich Engagierten. Mitarbeiten werden neben den beiden Multiplikatorinnen im Kirchenkreis, Diakonin Frauke Laging und Pastorin Ulla Schmidt-Lensch: Marco Schnelle (Diepholz), Sabine Heitmann (Mitarbeitendenvertretung), Pastorin Bettina Burkhardt (Burlage und Brockum), Franziska Bachhofer (Lemförde) sowie Lucas Jakobus und Alicia Meinel (Kirchenkreisjugenddienst).
Superintendent Lensch unterstrich die Wichtigkeit der verpflichtenden Basisschulungen für alle Haupt- und Ehrenamtlichen zum Thema Präventation sexualisierter Gewalt. „Es ist unsere Pflicht und unser Selbstverständnis als Kirche, dass wir sensibel mit Menschen umgehen und sichere Räume für alle schaffen.“ Im vergangenen Jahr seien bereits rund 500 Personen geschult worden. Die Termine für dieses Jahr stehen auf der Homepage: www.kirchenkreis-diepholz.de/schutzkonzept-kk-diepholz/schulungen.
Auch für den Ausschuss „Anfänge im Glauben“ gibt es Verstärkung: Diakonin Alicia Meinel (Kirchenkreisjugenddienst und Projekt „Ankerzeit“) wurde als ständiges Mitglied mit Stimmrecht in den Arbeitskreis berufen.
Finanziell zog die Synode eine positive Bilanz. Die Jahresrechnung 2024 schließt mit einem Überschuss von rund 353.000 Euro ab. Gründe dafür sind vor allem nicht ausgeschöpfte Personalmittel (zum Beispiel durch Teilzeit oder lange Krankheitsphasen von Mitarbeitenden) sowie höhere Zuweisungen der Landeskirche. Das eingesparte Geld fließt in die Rücklagen, insbesondere in den Bau- und Energiefonds, der Klimaschutzmaßnahmen im Kirchenkreis unterstützt.
Passend dazu beschloss die Synode mit Blick auf ihr Nachhaltigkeitskonzept, den Einbau neuer Kirchenheizungen mit fossilen Energieträgern im Kirchenkreis künftig nicht mehr zu fördern.
Mehr finanzielle Unterstützung wird es dagegen für Klausurtage der Kirchenvorstände und für Konfirmand*innen-Freizeiten geben. Damit sollen ehrenamtliches Engagement gestärkt und gute Rahmenbedingungen für gemeindliche Arbeit geschaffen werden.
Anschließend wurde der Stellenrahmenplan geändert. Wegen einer langfristigen Erkrankung beschloss das Plenum, im Sulinger Land eine volle Regionaldiakon*innenstelle zu schaffen, um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vor Ort verlässlich fortzuführen.
Ein Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung, Menschenrechte und Vielfalt setzte die Synode schließlich mit dem offiziellen Beitritt zum „Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte im Landkreis Diepholz“, in dem der Kirchenkreis von Beginn an aktiv mitarbeitet.
Die nächste Kirchenkreissynode soll am 26. August im Gemeindezentrum Sulingen stattfinden.
Miriam Unger