Marco Voigt hält am Sonntag, 31. Mai, seine Aufstellungspredigt in der St.-Nicolai-Kirche
Eine freudige Überraschung gibt es für die evangelische Kirchengemeinde Sulingen: Sie bekommt einen neuen Pastor. Marco Voigt heißt er – und stellt sich diesen Monat sogar schon den Gemeindemitgliedern vor. Am Sonntag, 31. Mai 2026, um 11 Uhr hält er seine Aufstellungspredigt in der St.-Nicolai-Kirche.
Seit knapp zweieinhalb Monaten ist die erste Pfarrstelle in Sulingen unbesetzt. Und aufgrund des derzeitigen massiven Personalmangels im Pfarrberuf hatte der Kirchenvorstand nach dem Abschied von Pastor Michael Wendel bereits eine längere Vakanz befürchtet. Aber manchmal sorgt der Zufall für eine rasche Lösung. Denn zeitgleich zur Stellenausschreibung der Sulinger Gemeinde dachte auch Marco Voigt über eine berufliche Veränderung nach.
Der 52-Jährige bringt viel Erfahrung mit. Und eine facettenreiche Vita mit mehreren verschiedenen Stationen. Geboren in Geesthacht an der Elbe und aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Landkreis Lüneburg, interessierte er sich zunächst für ein Biologiestudium, entschied sich nach dem Zivildienst dann aber für Theologie. „Mit dieser Entscheidung war und bin ich bis heute sehr glücklich“, sagt er. „Denn die große Vielfalt und Freiheit in meinem Beruf mag ich sehr. Schon als Jugendlicher haben mich die intellektuelle Auseinandersetzung mit Glaubensthemen und die gelebte Gemeinschaft in Kirchengemeinden fasziniert. Beides ist mir bis heute wichtig geblieben.“
Er studierte in Göttingen, machte sein Vikariat in Rosdorf und im Predigerseminar in Celle. Seine erste Pfarrstelle führte ihn nach Nienburg. Dort arbeitete er zehn Jahre lang als Gemeindepastor. Dann zog es ihn nach Kiel, wo er als Radiopastor im NDR Andachten und Gottesdienste für ein breiteres Publikum hielt. Anfang 2025 wurde er schließlich Superintendent im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum, will nun aber zurück in die Gemeindearbeit. „In den letzten Wochen und Monaten habe ich lange überlegt und viele Gespräche geführt. Am Ende stand für mich die Gewissheit, dass meine Art und Weise, das Superintendenten-Amt auszufüllen, nicht das ist, was aktuell der Arbeit im Kirchenkreis und der Zusammenarbeit der Kirchenkreise in unserer Region dient.“
Beim Blick in die Stellenausschreibungen der Landeskirche stieß er auf die Anzeige aus Sulingen, „und die sprach mich gleich an. Die Gemeinde scheint sehr vielseitig zu sein und ein großes Gemeinschaftsgefühl zu haben. Der Gottesdienstbesuch hier wurde mir als überdurchschnittlich gut beschrieben. Mein erster Eindruck vor Ort war sehr positiv. Auch Sulingen als Ort gefällt mir. Die Stadt ist schön und hat alles, was man fürs tägliche Leben braucht. Und mich reizen die umliegende Heidelandschaft und die Moore hier in der Gegend. Ich freue mich schon darauf, auf Entdeckungstour zu gehen, denn ich bin gern in der Natur unterwegs.“ Am liebsten mit seiner Familie. „Ich bin verheiratet, wir haben zwei Kinder – und einen Hund bringen wir auch noch mit.“
In seiner Freizeit interessiert sich Marco Voigt für Kultur und Musik. „Für ein gutes Konzert nehme ich durchaus auch mal einen längeren Weg in Kauf. Mein Musikgeschmack ist ziemlich breit gefächert. Seit meiner Jugend mag ich zum Beispiel Bob Dylan und ,Depeche Mode‘; Paul Simon habe ich vor kurzem in Amsterdam gesehen, und zu ,The Cure‘ gehe ich im Sommer in Berlin. In den letzten Jahren kamen dann ,Coldplay‘, ,Muse‘ und Billie Eilish dazu. Daneben weiß ich aber auch ein klassisches Konzert oder einen Besuch in der Oper zu schätzen. Die Begeisterung für eine große Bandbreite an Musik gebe ich gern an meine Kinder weiter, die mich oft begleiten.“
Er selbst singt auch – und zwar im Bass in der Kantorei. „Konzertauftritte beim Weihnachtsoratorium, in der Johannespassion oder in einem Requiem sind für mich Highlights.“
Ob er sich schon Gedanken gemacht hat, wie und womit er in Sulingen beginnen möchte? Ja, klar – Marco Voigt lächelt. „Zunächst einmal möchte ich die Menschen, die Gemeinde und die Stadt kennenlernen und erfahren, was die Gemeinde braucht. Die Vielfalt an Gottesdienstformaten und Musikgruppen in Sulingen, die es schon gibt, spricht mich auf jeden Fall schon mal sehr an, und ich freue mich auf die Gemeinschaft. Und dann hoffe ich natürlich, dass auch die zweite freie Pfarrstelle bald wieder besetzt werden kann, sodass neben den Pflichtaufgaben auch Raum für die Kür bleibt.“
Und worauf kann sich die Gemeinde seiner Meinung nach mit ihrem neuen Pastor freuen? „Ich habe Freude an meinem Beruf, arbeite gern mit Menschen zusammen und kann unterschiedliche Meinungen gut stehen lassen. Wichtig ist mir immer ein respektvoller Umgang miteinander“, sagt Marco Voigt. „Ansonsten bin ich vielseitig interessiert, neugierig und probiere gern neue Dinge aus. Und humorvoll bin ich auch.“
Wer sich selbst ein Bild vom neuen Pastor machen möchte, hat am 31. Mai 2026 nach dem Gottesdienst die Möglichkeit, ihn persönlich zu begrüßen und schon mal ein bisschen kennenzulernen.
Miriam Unger