„Kirche muss stark im Sozialraum sein und serviceorientierter arbeiten“

Nachricht 16. März 2026

Für uns in der Landessynode: Christine Lührs aus Rehden

Christine Lührs arbeitet in der Synode der Landeskirche Hannover mit. Foto: Jens Schulze, Landeskirche Hannovers

Christine Lührs lebt und arbeitet im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Familie in Rehden. Die 61-Jährige ist seit Langem in verschiedenen Bereichen im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz engagiert und unsere Vertreterin in der Landessynode. Im Parlament der Landeskirche Hannovers arbeitet sie im Bildungsausschuss sowie im Umwelt- und Bauausschuss mit.

Warum haben Sie für die Landessynode kandidiert?
„In der 26. Synode habe ich erlebt, dass es wichtig ist, die Sichtweise und den Hintergrund ‚Leben und Arbeiten in der Landwirtschaft‘ mit einzubringen. Ich war die einzige Synodale aus diesem Lebensbereich.“

Welche Themen sind Ihnen in der synodalen Arbeit wichtig?
„Wir müssen jetzt mit dem Wenigerwerden von Kirchenmitgliedern arbeiten, mit weniger Personal, Pastorinnen und Pastoren und weniger Finanzen. Das bedeutet, dass die Kirchengemeinden ihre Arbeitsweisen und Gemeindestrukturen anpassen müssen. Dafür brauchen sie auch die gesetzlichen Möglichkeiten und Offenheit, dies für sich individuell zu überlegen, zu gestalten und umzusetzen. Im Planungsausschuss der Landessynode werden genau solche Voraussetzungen überlegt und beschlossen.“

Wie wünschen Sie sich die Kirche von morgen?
„Für die Zukunft wünsche ich mir eine Kirche, die stark im Sozialraum verortet ist, die offen ist für Kirchenferne und stärker serviceorientiert arbeitet.“

Miriam Unger

Stichwort: Landessynode

Die Landessynode ist das zentrale Kirchenparlament der Landeskirche und stellt die Weichen für Gesetze, Haushalt und Leitung. Sie ist auf sechs Jahre gewählt; ihre Amtszeit endet im Dezember 2031. Das Durchschnittsalter der Synodalen liegt bei 48 Jahren, knapp die Hälfte aller Mitglieder ist neu in die Synode gewählt worden. Präsidentin der neuen Landessynode ist Wencke Breyer (48).

Die 79 Mitglieder der Landessynode bestehen aus 66 Gewählten (davon 10 hauptamtlich Mitarbeitende, 19 Geistliche und 37 Ehrenamtliche), 12 vom Personalausschuss Berufenen (inklusive 4 Vorschlägen der Jugendkammer für Personen unter 27 Jahren) sowie einem Vertreter der Theologischen Fakultät Göttingen. Die Synodalen decken ein breites berufliches Spektrum ab: Es sind unter anderem ein Physiker, eine Bestatterin, eine Hebamme, eine Agraringenieurin und eine Kulturwissenschaftlerin vertreten. 55 % der Mitglieder sind Männer, 45 % Frauen.

Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr für vier Tage.Die Sitzungen sind öffentlich. Dazwischen arbeiten die Mitglieder in Ausschüssen weiter.

Brigitte Neuhaus