„Kirche und Musik waren schon immer mein Ding“

Nachricht 27. Juni 2026

Sonja Lenzer wird Popkantorin im Kirchenkreis Diepholz und bekommt Kreativ-Sonderpreis in Berlin verliehen

Lenzers Leidenschaft: Ob Harfe, Gitarre oder Gesang - Musik spielt eine riesengroße Rolle im Leben der 39-Jährigen. Foto: Michael H. Dümer

„Kirche und Musik waren schon immer mein Ding“, erzählt Sonja Lenzer, und ihre Begeisterung ist deutlich spürbar. Dabei ist die gebürtige Bremerhavenerin zunächst beruflich einen ganz anderen Weg gegangen. Sie war Fotografin. „Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass es einfach Zeit für etwas Neues ist.“ Da hatte sie sich der kirchlichen Musik schon sehr zugewandt – gemeinsam mit ihrem jetzigen Mann Martin, der damals noch Pastor in der Gemeinde Wanna im Landkreis Cuxhaven war.

Inzwischen ist Martin Lenzer Springerpastor im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz. Das Paar lebt seit drei Jahren in der Kreisstadt. Gemeinsam zu musizieren ist die große Leidenschaft der Lenzers. „Wir schreiben auch eigene Lieder – mittlerweile schon mehr als 100 Stück.“ Beide sehen sich als „Stille Poeten“.

„Die Musik gibt mir ganz viel. Was ich singe, das fühle ich auch“, sagt die 39-Jährige. Ihre Begeisterung weiterzugeben – das ist ihr sehr wichtig. Musik soll anstecken. Dazu gehören für Sonja Lenzer neben ihrer Stimme auch Instrumente. Sie spielt Gitarre und Harfe, ihr Mann Gitarre und Saxophon.

Popkantorin mit vielen Plänen: Sonja Lenzer freut sich auf ihre Stelle im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz. Foto Michael Dümer

Ihre Fotoausrüstung hat Sonja Lenzer inzwischen verkauft, dieses Kapitel ist für sie abgeschlossen. Ihre Zukunft liegt in der Kirchenmusik, sie hat sich in Hannover zur Popkantorin ausbilden lassen. Ab September wird sie diese Aufgabe im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz wahrnehmen.

Mit großen Zielen möchte sie die zukünftige Aufgabe angehen. So möchte sie zum Beispiel in verschiedenen Kirchengemeinden Bands aufbauen, die sich dann auch an Gottesdiensten beteiligen.

Und noch etwas bringt Sonja Lenzer mit, wenn sie ihre neue Aufgabe als Popkantorin im September übernimmt: eine besondere Auszeichnung.

Sie hatte sich an einem Wettbewerb der Paul-Gerhardt-Gesellschaft in Berlin beteiligt, bei dem es darum ging, eines der Stücke des bekannten Lieddichters neu zu vertonen. Und bekam tatsächlich den Kreativ-Sonderpreis verliehen.
Den Wettbewerb hatte die Gesellschaft anlässlich des 350. Todestages von Paul Gerhardt ausgeschrieben, unterstützt durch die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) sowie die Magazine „Zeitzeichen“ und „Chrismon“.

„Die traditionellen Melodien haben nach wie vor ihre gute Berechtigung. Aber wie wäre es, den Gedichten Gerhardts durch neue Melodien bislang ungehörte Aspekte abzugewinnen? Wie gut passen die Jahrhunderte alten Texte zu frischen Tönen und Rhythmen?“ hieß es in der Ausschreibung. Für Sonja Lenzer Ansporn genug, sich der Sache anzunehmen und das Lied „Du meine Seele, singe“ neu zu arrangieren.

Die Preisverleihung in Berlin durch die Schirmherrin und frühere Bischöfin der Landeskirche Hannover, Margot Käßmann, fand in der Berliner Nikolaikirche statt, wo der Domchor auftrat – und auch ihre Version des Stückes vortrug. „Das war sehr bewegend für mich“, schwärmt Sonja Lenzer.

Michael H. Dümer