Sabine Rasper ist ehrenamtliche Notfallseelsorgerin im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz / Einführung am 4. Oktober in Scholen
Die Nachricht kommt plötzlich, meist vollkommen unerwartet – und man ist geschockt, am Boden zerstört. Wie geht man damit um, wenn man eine ganz schreckliche Nachricht erhält? Wenn jemand, der einem nahesteht, plötzlich aus dem Leben gerissen ist und man als Zurückgebliebener verzweifelt? Menschen in diesen Situationen nicht allein zu lassen, sie durch die erste schlimme Zeit zu begleiten – das hat sich die kirchliche Notfallseelsorge zur Aufgabe gemacht. Die „Helferinnen in der Not“ sind für den Ernstfall ausgebildet und bleiben, wenn Polizei oder Notarzt gegangen sind.
Zu diesem Kreis zählt nun auch Sabine Rasper im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz.
Am Sonntag, 4. Oktober, wird die engagierte Ehrenamtliche nach abgeschlossener Notfallseelsorge-Ausbildung im Rahmen eines Gottesdienstes um 9.30 Uhr in der Kirche in Scholen in den Kreis der Notfallseelsorger*innen aufgenommen. Beim anschließenden Brunch mit Buffet im Gemeindehaus ist Zeit, Sabine Rasper und die Notfallseelsorge im Gebiet kennenzulernen.
Reicht die aktuelle Zahl an Engagierten im Landkreis Diepholz eigentlich aus, um all die Fälle zu betreuen? „Nein“, lautet die Antwort von Diakon Jörg Brand. Er koordiniert die Notfallseelsorger im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz und ist auch im Katastrophenschutz zuständig. Zwölf hauptamtliche Notfallseelsorgende sind im Kirchenkreis im Einsatz, dazu drei ehrenamtliche: Beate Kenneweg aus Drebber, Almut Härtel aus Barnstorf und nun auch Sabine Rasper aus Scholen.
Die Verteilung der Fälle erfolgt über eine App. Wer gerade Dienst hat, reagiert und macht sich auf den Weg. Wenn jemand Dienst hat und gerade so spontan nicht kann, gibt das System den Fall nach 15 Minuten für die anderen Helfer*innen frei. Es gibt Zeiten, da ist es ruhig, und andere, da folgen die Alarmierungen in schneller Folge aufeinander.
Sabine Rasper erklärt, dass die Bereitschaftszeit ihren sonst üblichen Tagesrhythmus verändert. Außerhalb der Bereitschaft liegt kein Telefon auf dem Nachttisch. Kein Auto steht bereit, mit dem sie gleich zum Einsatz fahren kann. In der Zeit der Bereitschaft aber doch. „Das hat aber auch etwas Positives. Man geht bewusster mit der Zeit um.“