Nele Scholz (18) macht ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Kirchenkreisjugenddienst Diepholz
Nele Scholz weiß, was sie gut kann: reden. „Und das gerne und viel“, sagt sie und lacht. „Wer keine Stille mag, kommt also am besten einfach zu mir!“ Für ihren neuen Arbeitsplatz ist das eine Top-Voraussetzung. Die 18-Jährige hat gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Kirchenkreisjugenddienst (KKJD) Diepholz begonnen.
Nele wohnt in Marl am Dümmer. Sie hat gerne mit Menschen zu tun, geht offen auf andere zu und hat auch keine Hemmungen, vor größeren Gruppen zu sprechen. In ihrer Freizeit spielt sie nämlich Theater. „Ich bin jetzt schon seit drei Jahren in meiner Theatergruppe in Lemförde. Das macht mir sehr viel Spaß“, erzählt sie.
Erfahrungen in der Jugendarbeit bringt sie trotz ihres jungen Alters auch schon mit. „Mit Kirche in Berührung gekommen bin ich über meine eigene Konfirmandenzeit. Und die Jugendarbeit fand ich immer ein spannendes Thema.“ Nach der Konfirmation machte sie die JuLeiCa-Ausbildung, wurde Teamerin, begleitete Angebote für Jüngere und begann, sich selbst für andere Jugendliche zu engagieren.
So lernte sie Kirchenkreisjugendwart Lucas Jakobus und Diakonin Alicia Meinel vom Kirchenkreisjugenddienst Diepholz kennen und begann, an verschiedenen Jugendprojekten auf Kirchenkreisebene mitzuarbeiten. Als es darum ging, was sie nach der Schule machen könnte, lag die Idee deshalb für sie nahe. „Ich wollte ein Freiwilliges Soziales Jahr machen und dachte mir: Warum frage ich nicht Lucas mal?“ Gesagt, getan: Der Kirchenkreisjugenddienst richtete eine FSJ-Stelle ein, und auf der arbeitet Nele nun.
Zu ihren Aufgaben gehört vieles, was im Hintergrund passieren muss, damit Jugendarbeit überhaupt funktioniert: E-Mails beantworten, Flyer erstellen, Material ein- und aufräumen, bei den Vorbereitungen von Sitzungen und Veranstaltungen helfen. Vor allem aber möchte Nele bei Freizeiten dabei sein. „Ich mache das wirklich gerne, deswegen fahre ich bei allem mit“, sagt sie.
Zum FSJ gehört außerdem ein theologischer Teil. Gemeinsam mit Kirchenkreisjugendpastor Hendrik Hundertmark beschäftigt sich Nele dafür mit theologischen Fragen und schaut sich verschiedene Themen genauer an.
Ein eigenes Projekt, das sie im Blick hat, ist der TikTok-Account @ev.jugend_dh. Dort möchte sie zeigen, was kirchliche Jugendarbeit ausmacht – und vor allem eine jüngere Zielgruppe ansprechen, die bisher wenig mit Kirche zu tun hat. „Ich möchte Menschen erreichen und sie mit unterschiedlichen Videos für den Glauben begeistern und zeigen, was für eine starke Gemeinschaft wir sind.“
Was nach dem FSJ kommt, weiß Nele noch nicht ganz genau. Dass es in eine soziale Richtung gehen soll, steht für sie aber schon fest. Bis dahin ist sie im Kirchenkreisjugenddienst ansprechbar. Am besten per E-Mail unter nele.scholz@evlka.de.
Und wer Nele persönlich begegnet, darf sich schon mal darauf einstellen: Es könnte ein etwas längeres Gespräch werden. „Denn ich rede ja wie gesagt sehr gerne und viel.“
Miriam Unger