Sternfahrt für ein lebenswertes Leben bis zum Schluss

Nachricht 07. September 2026

Ehrenamtlich Engagierte aus dem gesamten Landkreis machen auf Hospizarbeit aufmerksam / Treffen in Syke

Sie kamen aus allen Richtungen des Landkreises auf den Kirchplatz in Syke geströmt – mit dem Fahrrad und zu Fuß, mit der Bahn und mit dem Auto. Aus verschiedenen Orten im Gebiet, aus verschiedenen Generationen, mit verschiedenen Hintergründen für ihr Engagement. Aber alle mit demselben Ziel: sichtbar machen, wie wichtig Hospizarbeit ist – und wie viel Kraft in ehrenamtlichem Engagement und gegenseitigem Zusammenhalt steckt.

Ehrenamtlich Engagierte aus den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz hatten sich zu einer Sternfahrt verabredet. Aus allen Ecken des Gebiets kamen sie auf den Hinrich-Hanno-Platz in Syke – von Brinkum im Norden bis Lemförde im Süden. Die meisten trugen Warnwesten, auf deren Rücken in großen Lettern stand, wofür sie diesen Weg machten: „Hospizdienst“. Die Sternfahrt sollte auf diese wichtige ehrenamtliche Arbeit aufmerksam machen – auf eine Aufgabe, die für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen von großer Bedeutung ist, aber häufig im Stillen und Privaten geschieht.

Die Ehrenamtlichen der ambulanten Hospizdienste begleiten Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Sie schenken Zeit, hören zu, bleiben da, wenn das Leben schwieriger wird, und unterstützen die Menschen und ihre Angehörigen in dieser oft sehr belastenden Zeit. Dabei geht es nicht darum, das Sterben zu verhindern oder medizinische Aufgaben zu übernehmen. Es geht darum, Menschen auch am Ende ihres Lebens mit ihren Wünschen, Ängsten und Bedürfnissen nicht allein zu lassen.

Im evangelischen Gemeindehaus begann das Treffen mit einer Andacht von Pastorin Ricarda Rabe. Sie nahm das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zum Ausgangspunkt und schlug den Bogen zur Hospizarbeit: zu Menschen, die sich anderen zuwenden, ihnen beistehen und ein Stück ihres Weges mit ihnen gehen.

Dazu passte auch das Lied, das Ricarda Rabe für die Andacht ausgewählt hatte: „Ubi caritas et amor Deus ibi est“ – „Wo Liebe ist und Güte, da wohnt Gott.“

Beim A-cappella-Gesang zu Beginn und am Ende der Andacht zeigten die Sterbebegleiter*innen eine bemerkenswerte Stimmgewalt.

Die Syker Bürgermeisterin Suse Laue dankte den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Sie hob zugleich die lebendige Gemeinschaft zwischen Nord- und Südkreis hervor. Und diese Gemeinschaft blieb nicht nur ein schöner Satz im Grußwort. Nach der Andacht wurde bei Kaffee und Butterkuchen, Eis vom Eiswagen und einem warmen Imbiss ausgiebig erzählt, gelacht und miteinander gesprochen. Vor allem das Kennenlernen, die Zeit für Begegnung und Austausch waren für viele das Wichtigste an diesem Tag.

Auch die Ökumene war Teil des Treffens. Superintendent Dr. Jörn-Michael Schröder und Pfarrer Peter Grunwaldt von der katholischen St.-Paulus-Gemeinde Syke bedankten sich herzlich bei den Sternfahrer*innen und führten viele Gespräche.

Zwischen dem evangelischen Gemeindehaus und dem Rathaus wartete noch eine besondere Überraschung: die Fahrrad-Rikscha der Malteser. Das dreirädrige E-Bike ist in der katholischen St.-Paulus-Gemeinde stationiert. Ehrenamtliche bieten damit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen kleine Ausflüge in Syke und Umgebung an. Bei der Hospiz-Sternfahrt nutzten viele Teilnehmende die
Gelegenheit, als Rikscha-Fahrer eine Runde zu drehen oder sich als Passagier damit kutschieren zu lassen.

Auch das passte gut zu diesem Tag. Denn bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Angebote verbindet die ehrenamtlich Engagierten ein gemeinsamer Gedanke: Menschen sollen am Leben teilhaben können – unabhängig davon, wie beweglich, gesund oder selbstständig sie sind.

Jürgen Lohmeyer und Miriam Unger