am 17. Januar 2026
Willst du einen Schneemann bauen? Diese Frage wird man in den letzten Tagen und Wochen nicht nur in Filmen gehört haben, sondern auch in so manchen Familien. Ich selbst genoss den Schnee, wenn es irgendwie ging und legte beispielsweise Wege zu Fuß statt mit dem Auto zurück. Dabei traf ich oft andere Menschen, die draußen die Schneelandschaft bestaunten oder mit dem Auto unterwegs waren, um das Wetter für einen Waldspaziergang zu nutzen. Dabei sah ich sie. Stille, fröhlich schauende Schneemänner an so mancher Straßenecke.
Einige Schneemänner baute ich in meinem Leben schon selbst oder versuchte sie zu bauen. Noch viel mehr habe ich mich schon über Schneemänner gefreut, die andere gebaut haben. Viele Schneemänner mit Karottennasen, so mancher mit Hut oder Schal und Stöcken als Armen und einem Lächeln im schneeweißen Gesicht. So verschieden wie die Menschen sind, die die Schneemänner bauten, so verschieden sind auch die Schneemänner selbst.
Gerade die Menschen in Hamburg scheinen viel Freude gehabt zu haben an Schneemännern. Viele kleine Schneemänner reihten sich auf der Krugkoppelbrücke an der Alster einander. Blaubeeren als Augen, Babysocken als Mützen und kleine Äste als Hände sind für die teils künstlerisch anspruchsvollen Schneefiguren genutzt worden. Viel Liebe, Arbeit und gemeinsame Freude steckte in jedem kleinen Kunstwerk.
Umso trauriger war es als ein Mensch mit weit ausholenden Armbewegungen die kleinen Schneemänner nach und nach zerstörte. Die kleinen, fröhlich blickenden Figuren fielen in sich zusammen.
Aber was zerstört ist, kann auch wieder aufgebaut werden. Nach dem Motto „jetzt erst recht“ sind die Schneefiguren wieder aufgebaut worden und viele neue kamen hinzu. Sie zierten wieder die Brücke.
Auch die Bibel kennt den Aufbau nach Zerstörung. In Psalm 147 heißt es über Gott: „Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.“ Manches im Leben kann unser Herz zerbrechen lassen. Wir vermissen Menschen, wünschen uns eine andere Lebenssituation oder unser Herz zerbricht an der weltweiten Situation. Vieles kann zu Leid führen. Doch Herzen können auch wieder heilen. Die Wege zur Herzensheilung möge Gott uns dabei aufzeigen und schön ist es, wenn viele Menschen daran mitwirken. So wie es bei den kleinen Schneemännern an der Alstersbrücke geschah.
Am 18. Januar ist übrigens der Welttag des Schneemanns. Gerade Morgen wäre es also angebracht zu fragen: Willst du einen Schneemann bauen?
Pastor Hendrik Hundertmark - Kirchengemeinde Lemförde