„Ich mache alles neu!“

10. Januar 2026

Wort zum Sonntag

Pastor Dimitri Schweitz; Foto: Jantje Ehlers

am 10. Januar 2026

In einem Gespräch mit Handwerkern, bei dem es um die Renovierung von Küche und Bad ging, sagte der Meister: „Ich mache alles neu“. Danach nannte er die Geldsumme, die er für die Renovierung haben wollte. 

Es gehört zu unserem Leben dazu, dass Menschen und Dinge alt werden. Die Autos, die wir fahren, die Häuser, in denen wir wohnen, die Technik, die wir vor Jahren noch bewundert hatten – alles ist der Alterung unterworfen. Auch wenn man an altbewährten Dingen hängt, kommt irgendwann der Moment, dass Neues angeschafft oder gemacht werden muss, besonders dann, wenn das Alte durch Feuer, Unfall oder Naturgewalt zerstört wurde.

In der Regel kostet uns das Neue viel Geld, und mancher Kostenvoranschlag für die Renovierung z.B. der Küche lässt einen schlucken. Trotzdem freuen wir uns, wenn wir neue Räume betreten, uns ins neue Auto setzen und die Vorteile der neuen Technik genießen können.

Im Gegensatz zu den materiellen Dingen sind wir Menschen in Sachen Erneuerung stark begrenzt, denn wir können die Alterung unseres Körpers nicht stoppen. Wir sagen zwar manchmal „Ich fange neu an“ oder „Ich fühle mich wie runderneuert“, doch das Altwerden und das Sterben gehören zum Leben unabdingbar dazu.

Deswegen steckt in uns die Sehnsucht danach, dass die dem Altern und Vergehen unterliegende Welt nicht alles ist und eine neue Wirklichkeit auf uns wartet. Gott antwortet auf diese Sehnsucht und sagt: „Siehe, ich mache alles neu!“. Diese Zusage aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, ist die kirchliche Jahreslosung für 2026. Eine sehr schöne Jahreslosung. Denn sie will uns nicht nur die Angst vor dem Tod nehmen und die Hoffnung auf ein neues Sein bei Gott stärken. Sie will uns Mut machen, uns auch im Leben für Neues zu öffnen, neue Perspektiven zu erkennen und neue Wege zu gehen. Wer etwas verändern möchte, wird durch Gottes Zuspruch gestärkt.

Neues wagen gehört auch zum kirchlichen Leben dazu. Wie die Gesellschaft so befindet sich auch die Kirche im Wandel. Dabei haben manche von uns neben Bedenken und Skepsis auch Angst, etwas zu verlieren, Fehler zu machen oder einfach Unbekanntem zu begegnen. Andererseits verstehen wir, dass es nicht mehr geht, an alten Angeboten und Strukturen festzuhalten, die nicht mehr zeitgemäß sind. Die Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu!“ sagt aber auch aus, dass nicht wir die Macher des Neuen sind, sondern Gott selbst. Wir dürfen mitmachen. Ich finde, das sollen wir auch tun ohne zu zögern.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen zuversichtlichen Start ins Neue Jahr 2026!

Dimitri Schweitz, Pastor der Gesamtkirchengemeinde Rehdener Land