Flucht und Zuflucht – ein Thema, das spaltet

14. Februar 2026

Wort zum Sonntag

Pastor Rainer Hoffmann; Foto: Jantje Ehlers

am 14. Februar 2026

„ICE“ ist ein Wort, dass nicht nur die Kälte, die wir gerade erleben, bezeichnet, sondern auch die Kälte, mit der ein amerikanischer Präsident auf unbarmherzige Weise gegen Menschen vorgeht, die einen Migrationshintergrund besitzen. „ICE“-Aktionen können sich manche auch in unserem Land in Bezug auf Migranten ebenso vorstellen und im Grunde ist das, was dahinter steht eine Ideologie des Rassenhasses, die immer schon aktuell und populär war. Doch nicht nur als Christen sollten wir einmal darüber nachdenken, ob Mitmenschlichkeit nicht ein höheres Gut ist, als National-denken oder Hass gegenüber Mitmenschen, die aus anderen Kulturen kommen und anders geprägt sind. Im Grunde sind diese Menschen doch eine Bereicherung für unser Leben.

Ach ja, politischer und religiöser Druck, Flucht aus dem Heimatland: die Bibel berichtet von vielen Menschen, die unfreiwillig unterwegs waren, weil sie von Gewalt bedroht wurden oder sie erlitten haben. Sie können nachlesen:

Abraham – ein Wirtschaftsflüchtling (1. Mose 12,10)

Jakob – flüchtet vor seinem eigenen Bruder  (1. Mose 27,41-43)

Mose – ein politischer Flüchtling  (2. Mose 2,11-15)

Naomi – eine Wirtschaftsflüchtige  (Ruth 1,1-2)

David –  flieht vor seinem Schwiegervater  (1. Samuel 20,1)

Jesus – als Kind gefährdet und auf der Flucht (Matthäus 2,13-15)

Die ersten Christen – sie wurden verfolgt, gesteinigt  (Apg. 8,1)

Zugleich haben diese Personen in all ihren Nöten die Hilfe und Nähe Gottes erlebt. Haben erlebt, wie Gott ihnen Menschen sandte, die halfen. Daraus erwächst bis heute nicht nur für Christen, sondern für uns alle der Auftrag und die Aufgabe, denen zu helfen, die unfreiwillig auf der Flucht sind und Asyl suchen. Kurzum es gilt das Wort, das ich heute (9.2.2026) als Tageslosung las: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.“ (3.Mose 19,33) In diesem Sinne gilt, öffnet eure Herzen, lasst euch ein auf die Bereicherungen, die in unserer Kultur dadurch entstehen, dass Migrantinnen ihre Erfahrungen mit hineinweben.

Rainer Hoffmann, Pastor
Ev.-luth. Kirchengemeinden Jacobi- und Mariendrebber