am 21. Februar 2026
In diesen Tagen gehen die olympischen Winterspiele in Milano Cortina zu Ende. In 116 Wettkämpfen traten 2900 Athleten gegeneinander an. Zwar hat sich für unsere deutschen Wettkämpfer nicht jede Medaillenhoffnung erfüllt, aber ihr Einsatz war groß: Das Training eines Spitzenathleten umfasst bis zu 8 Stunden pro Tag, inklusive Krafttraining, Technikübungen sowie Regeneration. Ich finde, das hat Respekt und Anerkennung verdient! Ebenso, wie der Einsatz vieler Pflegekräfte in unserem Land, die Tag und Nacht und oft auch an den Wochenenden für bedürftige Menschen im Einsatz sind. Dasselbe gilt oft sogar noch unter verschärften Bedingungen für privat Pflegende. Respekt habe ich vor Menschen, die an der Supermarktkasse sitzen und sich tagein tagaus ungeduldige Kommentare anhören müssen. Meine Anerkennung haben Alleinerziehende und alle Eltern, die bis an die Grenze der eigenen Kräfte für ihre Kinder da sind. Menschen, die sich in Gesellschaft und Politik und auch als Soldaten für unsere Demokratie einsetzen. Und dankbar bin ich auch den vielen Ehrenamtlichen, ohne die in unserem Land Vieles nicht möglich wäre. Dieser Artikel fasst nicht genug Zeilen, um all diejenigen zu benennen, vor denen ich aufrichtigen Respekt habe. Die Mahnung aus der Politik, es müsse in diesem Land mehr gearbeitet werden, wirkt auf mich wenig wertschätzend. Nun heißt es, mit Religion lasse sich keine Politik machen. Das stimmt. Aber der Glaube verändert unseren Blick auf einander. Wenn es in Matthäus 11,28 von Jesus heißt: „Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken“, dann ist das kein politisches Programm. Aber es ist eine Einladung, mitmenschlich und gütig miteinander umzugehen.
Was passiert, wenn wir nicht damit geizen, Menschen zu schätzen und zu loben, für das, was sie bereits tun? Ich glaube, dann wachsen sie über sich hinaus. Wenn ich mich ohne den Argwohn anderer ausruhen darf, weil ich müde bin, dann bekomme ich neue Kraft und Motivation, mich mit ganzer Kraft für ein gutes Ziel einzusetzen. Das weiß jeder Athlet, der in seinen Trainingsplan auch Zeiten der Regeneration einbaut. Der Schatz des Glaubens besteht in genau dieser Wechselwirkung: Gott sieht uns gut und schön. Und weil Gott uns so sehr würdigt, tragen wir seine Güte hinaus in die Welt und geben ihr unser Bestes. Aus dieser Motivation heraus scheibt der Apostel Paulus: „Ich schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen: Ein Leben, wie es Gott gefällt.“ (Philipper 3,14). Na, wenn das kein olympischer Gedanke ist!
Pastor Torben Schröder - St Veit Barnstorf