Ostern wirkt fort...

11. April 2026

Wort zum Sonntag

am 11. April 2026

Eine Woche nach Ostern. Die Ostereier wurden wieder abgehangen, die letzte Glut vom Osterfeuer ist erloschen und die letzten vergessenen Osterhasen wurden - halb von der Sonne geschmolzen - im Garten gefunden. Die Arbeit hat wieder begonnen. Vielleicht sind Sie bereits wieder in Ihrer Alltagsroutine. Alles ist wieder wie immer. Oder?

Für die Jünger und Jüngerinnen von Jesus war Ostern kein Fest für zwei Tage. Es veränderte ihr ganzes Leben. Nach Ostern gab es für sie kein „zurück“ mehr. Kein zurück in die Alltagsroutine, kein zurück in alte Glaubensmuster. Für sie hat Jesus ALLES verändert. Mehr noch: Jesus am Kreuz wurde für sie der Anker ihres Glaubens. Das Kreuz wurde zu dem Ort der Gottesbegegnung schlechthin. Diesem Sohn Gottes, dem Gekreuzigten, wollten sie von nun an nachfolgen. „Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt. Wir suchen vielmehr nach der zukünftigen Stadt.“ (Hebr 13,14)
Aber was genau hat die Nachfolgenden so verändert, dass sie die zukünftige Stadt suchen? Und was ist das überhaupt für eine Stadt?

In Jesus ist Gottes Wesen ganz präsent und greifbar geworden. Gott selbst hing am Kreuz – schwach, verletzlich und hilflos. Er selbst fühlte sich elend und gottverlassen. Doch am dritten Tag ist er von den Toten auferstanden. Das Grab war leer. Dieses Ereignis war die Initialzündung einer Glaubensgemeinschaft, die sich rasant ausbreitete. Ihr Gott war nämlich ganz anders, als sie es gedacht hatten:

  1. Der allmächtige Gott offenbart sich selbst in der Schwachheit. Er selbst kennt das Leid und es ist ihm nicht egal. Wenn Jemand leidet, dann leidet er mit.
  2. Gott setzt andere Maßstäbe: Ein gekreuzigter Gott, der sogar stirbt, wirkte für die umstehenden Menschen lächerlich. Aber Gott zeigt seine Größe und Stärke durch das vermeidlich Lächerliche. Gott ist durch seine Schwachheit stark.
  3. Durch Jesus wird deutlich: Wenn selbst Gott hinabgefahren ist in das Reich der Toten, dann gibt es keinen Ort, an dem Gott nicht präsent ist. Selbst im größten Gefühl der Gottverlassenheit ist Gott da.

Dieses neue Erleben setzte ihren Glauben neu in Brand. Sie sahen bereits jetzt ein Stück vom Himmel, von der zukünftigen Stadt, vom Reich Gottes hier auf Erden. Es ist eine Welt, in der Gerechtigkeit und Liebe herrschen werden. Eine Welt, in der niemand seinen Wert beweisen muss und alle Tränen abgewischt werden. Es ist eine Gewissheit, eine neue Sicht voller Hoffnung, die ihnen niemand mehr nehmen kann. Und diese Hoffnung verändert ALLES!

Amen.

Alicia Meinel
Diakonin im Anerkennungsjahr, Diepholz