Tage, die im Gedächtnis bleiben

06. Juni 2026

Wort zum Sonntag

Diakonin Sonja Bachhofer, Foto: Jantje Ehlers

am 6. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser!

Manche Tage gehen still und leise vorbei. Andere bleiben im Gedächtnis der Weltgeschichte. Nicht nur, weil sie historisch bedeutsam sind – auch weil sie etwas in uns berühren, das größer ist als wir selbst. Der 6. Juni ist so ein Tag.

Am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, sind tausende junge Menschen an den Stränden der Normandie gelandet: voller Angst, überfordert und getrieben von einem Pflichtgefühl. Sie mussten durch Wasser, durch Kugeln, durch Chaos. Viele haben ihr Leben gelassen.

Dieser Tag hat die Welt entscheidend verändert. Menschen haben durch ihren Einsatz Frieden ermöglicht.

Der D-Day zeigt, wie zerbrechlich Frieden ist – und wie viel er kosten kann. Er zeigt aber auch, wie schnell Menschen einander zu Feinden werden können. Als Christinnen und Christen glauben wir auch: Gott ist ein Gott des Lebens und des Friedens. Friede zwischen Menschen ist möglich. Für Jesus steht Versöhnung und Vergebung im Mittelpunkt seiner Botschaft.

Vielleicht bedeutet das heute für mich, hinzusehen, wenn andere wegschauen. Ein Wort zu sagen, wenn Schweigen einfacher wäre, jemandem in die Schranken zu weisen, der Zwietracht sät.

Jesus sagt: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
Das ist kein leichter Satz. Frieden stiften heißt manchmal, sich einzumischen. Heißt, unbequem zu sein oder anzuecken. Aber es heißt auch: Du bist nicht allein - Gott ist da, gerade dann, wenn es schwierig wird.

Der 6. Juni erinnert uns daran, wie viel Mut Menschen aufbringen mussten und können.  Frieden fordert unseren Einsatz – im Vertrauen darauf, dass Gott an unserer Seite steht, dass er Frieden schafft auch durch uns.

Vergessen wir nicht, wie kostbar Frieden ist. Trauen wir Gott zu, dass er mitten in unserer Welt handelt – und mit ihr noch lange nicht am Ende ist. Sonst hätte Jesus nicht gesagt:
„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“

Sonja Bachhofer, Regionaldiakonin im Sulinger Land