am 5. September 2026
Eines meiner Lieblingsbilder in der Bibel ist das Bild von dem einen Körper mit vielen Körperteilen. Der Apostel wendet dieses Bild auf die Christinnen und Christen an. Jede und jeder Getaufte ist ein Teil an diesem einen Körper, der die Kirche darstellt. An diesem Körper ist kein Teil wichtiger oder unwichtiger als das andere. Auf niemanden kann man verzichten und jede und jeder bringt sich mit den eigenen Fähigkeiten ein, damit es dem Körper gut geht. Zusammen geht es gut. Wenn aber Körperteile sich für wichtiger halten als andere, dann leidet der ganze Körper. Kirche wird in der Zukunft nur zusammen gehen und das heißt auch, dass Kirchengemeinden viel enger und solidarischer zusammenarbeiten müssen als bisher.
Dieses Bild von Paulus kann wunderbar auf unsere Gesellschaft ausgeweitet werden – unabhängig vom jeweiligen Glauben: Auch hier geht es nur zusammen. Die Reichen geben ab, damit die Armen eine Lebensgrundlage haben. Die Kranken können gesund werden, weil auch die Gesunden für sie einstehen. Die Geflüchteten finden neue Heimat und neues Leben, weil die Hiesigen ihre Integration unterstützen.
In diesen Tagen finden Wahlen statt. Unsere Gesellschaft steht am Scheideweg – erkennt sie, dass es nur zusammen geht, oder will jedes Körperteil in dieser Gesellschaft versuchen, allein finanziell abgesichert, allein gesund oder allein mit Heimat zu sein? Nur zusammen wird es gehen – allein wird kein Teil eine gute Zukunft haben.
Unter dem Titel „Zusammen“ beginnt am Sonntag in Niedersachsen die Woche der Diakonie. Die Diakonie setzt sich für die Menschen ein, die Hilfe brauchen – für Wohnungslose, für Ratsuchende, für Menschen mit Erkrankungen, für Geflüchtete und viele mehr. Sie arbeitet in der Überzeugung, dass Christinnen und Christen anderen Menschen, anderen Körperteilen liebevoll begegnen sollen und können – weil sie selbst durch Gott Liebe erfahren haben.
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende.
Ihr Marten Lensch,
Superintendent im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz